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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 12 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
12 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Die mährische I-andrnbbinerwahl vor 70 Jahren. Kreise, der iii' überwiegender Majorität aus Thoratreuen bestand — ני רונו יוישב, קהר*תיט הם יראים ויעלםים hiess es eben in dem hebräischen Ci tat -—ein Segen war,—das—wurde—und—müsste—sieh irr Fluc h verwandeln, wenn man es auf einen Kreis übertrüge, den der Sturm der jüdischen Kulturkämpfe des vorigen Jahrhunderts aus dem Zusammenhang mit dem Geist der Thora riss. Immerhin wäre unseres Kraclitens in der abwärts führenden Entwicklung des jüdischen Geistes in gar mancher jüdischen Gemeinde Deutschlands and — Mährens manches anders gekommen und geworden, wenn das gesunde Prinzip der mährischen Verfassung, wonach jede Gemeinde ihren Lokalrahhiner, jeder Kreis seinen Kreisrab- Diner und das ganze Land seinen Landesrahbiner haben musste, auch in Deutschland heimisch gewesen wäre und in Mähren gegenüber dem zersetzenden Einfluss der nach Hirschs Fortgang immer gewaltiger hereinhrechenden Neologie sich hätte behaupten können. In Deutschland liegen die Verhältnisse seit Jahrzehnten so, dass auch grössere fromme Landgemeinden nach einem eigenen :זורה הוראה nicht das mindeste Rcdiirfnis haben und sieh mit ihrem Lehrer-Kantur Schochet durchaus zufrieden fühlen. Zum Niedergang des Thorageistes, Thorawissens und Thoralehens in Deutsch land hat nicht zum wenigsten das Fehlen der religiösen Autorität in den einzelnen Gemeinden heigetragen, das Fehlen eines Mannes, der als fähiger und würdiger Repräsentant der Thora über die Erhaltung des jüdischen Geistes hätte wachen können. Die periodischen Besuche der Provinzial-, Distrikts- und Hezirksrabbiner in den Landgemeinden sind mehr oder weniger Formsache, die wohl eine Kotrolle dessen, was geschieht und nicht geschieht, ermögheben, jedoch zur Hebung des jüdischen (leistes und Lehens in den Gemeinden nur wenig oder gar nichts beitragen können. Was den jüdischen Landgemeinden in Deutschland fehlt, das ist nicht zum wenigsten eine ständige Bearbeitung und Beeinllussuug vonseiten einer als religiöse Autorität auftretenden Persönlichkeit, die über das nötige Thorawisseu und Lehrgeschick verfügt, um in die Herzen der ihrer Seelsorge Anhetohlenen Liehe und Willen zur Thora cinzuptianzen. Die Hclmng des Thorageistes in «len Gemeinden ist eine

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