Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 10 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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290 Ein« Trauungsred«. und betet für sein Volk. So wichtig und grundlegend ist ’s, was Moses betet, wenn die Lade wandert und wenn die Lade ruht, dass aus den beiden Versenrdie* uns seine Gebetsworte überliefern, durch Einklammerung mit einem ,נ הפיכה auf beiden Seiten ein besonderes Huch der Thora ־ wurde: פרשה זו עשה לה הקב״ה סימנין סלכעלה ולמטה כאי טעמא אמר רבי מפני שספר חשוב כפני עצמו הוא (Sabbath 11<>a). Eine Trauungsrede. Bis auf den letzten Platz war die Synagoge besetzt. Die Neugierde hatte alles, Männlein und Weiblein, herbeigetrieben, obwohl man ganz gut wusste, dass gewöhnlich eine Trauung der andern so ähnelt wie ein Ei dem andern. Die beiden Familien des Brautpaars gehörten aber den oberen Zehntausend an, und man versprach sich darum von dem voraussichtlich zur Entfaltung kommenden Pruntre eine aparte Augenweide. Man wollte halt dabei sein. Des Chorgesanges letzter Ton war verklungen, da räusperte sich der Rabbiner und begann und sprach: ,Geehrtes Brautpaar! Ich möchte so zu euch sprechen, wie wenn ihr vor mir in meiner Stube ständet. Was verschlägt ’s, wenn ’s auch die andern da unten hören! Sie dürfen 's hören und sie sollen ’s hören. Mein Herz ist so voll, als wenn ihr meine Kinder wäret. Denq ich habe noch eure Grosseltern gekannt, die zu den Gründern unserer Gemeinde zählten. Es waren brave, einfache, fromme Leute. So recht vom alten Schlag. Hätte man die Gros^zügigkcit ihres Wohltuns nicht gekannt, dann