Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 9 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Bachweidenblättchen. 3M Arm nicht noch durch menschliche Bosheit und menschliehen Unverstand künstlich gesteigert werde, und sie können es hindern, wenn sie sich Zusammenschlüssen, .wenn sie alle in einem Bunde sind“. An diesem Sicheinsfühlen mit anderen Menschen fehlt es, daher auch im vierten Kriegsjahr die Erbitterung in weiten Kreisen so gross ist. Jeder denkt nur an sich, an seinen Vorteil und an die Möglichkeit der besten Art, wie er aus dieser Schreckenszeit heil und satt in die zukünftig«‘ Friedenszeit sich hinüberretten könne. Jeder möchte wie ein Esrog in einer silbernen Büchse seine Jahre verbringen, und so wenige giebts. ach so wenige, die einen Blick - haben für die vielen, vielen Bachweidenblättchen, die welk und lebensmüd zu Boden ,fallen , und unbeachtet liegen blciben, bis sie von einem zufällig sie streifende!) Auge wahrg«־nommen werden. Nur wer Geld und Glück hat zählt mit. Der Esrog wird bewundert und verhätschelt. Das Bachweidenblättchen fällt, noch ehe das Fest aus ist, zu Boden und stirbt. Und doch, und doch — im Himmel baut Er seine Stufen, aber auf Erden hat Er seinen Bund gegründet. X.