Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 8 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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254 I).1s jüdische Kriegsrecht und die Frau. machen und zu diesem Zwecke wurde er vom Militärdienst hefreit S״ta iliid. . Van muss bemerken, dass eine derartige Yerorilnnng in der heutigen Zeit wohl schwer durchführbar wäre. Für die Anhänger und Bekenner der Bibel kam aber ein besonderes Moment in Betraeht. Zwischen den Auffassungen und Ucberzeugungen über Siege un<l Niederlage in einen! blutigen Bingen, wie sie beut! verbreitet sind, und wie «ie einst den geistigen Führern der Bibel Torschwebton. weht «•ine unüberbrückbare Kluft. Kein moderner Staat hat in Fricdens/eit••!) daran gedacht und auch in der Praxis durchgeführt, «lass Gott auch mit einem kleinen Heere die Feind« uictler/u/.wingen vermag. Bei aller Gläubigkeit hörten die Riist- •untren um! V«irbereitungen”züm Kriege* nicht auf. Ganz anders in dem alten theokratisehon Staate Israels, wo der Gedanke an Gott und seiner Allmacht unter den frommen Königen den Ausgangspaukt liir jedes ['nternehmeu bildete. Ihre Devise war: Nicht durch Kraft und nicht durch Macht, nur durch meinen Geist, spricht Gott“. Diese Ucber/.eugung. «lass Gott allein der Ketter und Krhalter «les Vaterlandes ist. kam jetles Jahr dreimal zum sichtbarsten Ausdruck. Zu den drei Wallfahrtsfcsten musste aus den entferntesten -Kokon «les Bandes jeder Jüngling von dreizehn Jahren sowie ein jeder Mann nach Jerusalem wandern, sodass das Land an allen F.nden von wehrfähigen Mannschaften cntblösst wurde. Mit dieser Ueberzeugung zog man auch in den Krieg. Nur ein auf derartigen l«leen anfgebauter Staat konnte dem Kheglück des Kinzelnen eine solch entscheidende Wichtigkeit nicht nur tiir das Kinzelheil. sondern für die Gesamtwohlfahrt heimessen, «lass es den Mann «•in ganzes Jahr nach «ler Kheliehung eine- Weibes von allen öffentlichen Lasten und Leistungen freigesprochen, ja dessen Heianziehung geradezu verbietet, damit er ganz seiner Häuslichkeit leben und sich «ler Begründung des Glückes seine- Weihes hingehen könne. Sehen wir nun. welche Fürsorge die Bibel für die Hinter bliehenen det im Kriege Gefallenen, für die Witwen und Waisen vorgesehen hat. Hierbei lassen sich zweierlei Gesetze untersehei den: die. Unterstützung von der gemachten Beute uud dann die