Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 8 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Soziale Ethik. wurzeln, dass diene unabsehbaren Opfer, die schon gebracht wurden uud weiterhin gebracht werden sollen, einer mehr gewollten, von politischer Leidenschaft und .Masnlosigkeit uns auferlegten als einer historisch begründeten, innerlich vernünftigen Notwendigkeit entsprechen. Wie dein aber auch sei, wir Juden sollten bei deu Steuern, die auch wir zahlen müssen, an frühere Zeiten nicht vergessen, wo uns die Staaten mit besonderer Liebe in steuerliche Fürsorge nahmen. Ks gab einst eine Zeit, die besondere Judensteuern kannte, mit welchen sich;unsere Vorfahren ihr nacktes Lebensrecht erkaufen mussten. Da gab es gar manche, die zu arm waren, um diese Judensteuer /u entrichten. Diese Armut war lebensgefährlich,. und sie zu bannen highste so/.ialethischc PtiichL__deren Vordringlichkeit selbst סירה "P^D-Zwecke überwog Wir kennen die Gefühle nicht mehr, die׳ unsere Verfahren beseelten, wenn sie diese Judensteuern zahlten. Das ist deshalb zu bedauern, weil sich erst an diesen Gefühlen die Grösse des moralischen Hochgefühls ermessen Hesse, das sich im Bewusstsein der Gleichheit der Stenerpflicht für alle Staatsbürger erzeugt. § 12. Auch die Gefühle, die das Wort ״ יסדיון שבייםAuslösung von Gefangenen* erweckt, sind uns Bürgern eines Rechtsstaates, der Menschenraub .unmöglich macht, allmählich fremd geworden. jv־f שביים war Befreiung aus unmittelbarer Lebensgefahr, eine vordringliehe Pflicht des Kinzelnen und der Gesamtheit, die jede andere Zdokohptlicbt beiseite schob. § 13• Armut ist ein relativer Begriff, der sieb mit den Wirtschaft lieben Verhältnissen ändert. Ks hat wirtschäftsgeschichtliches Intercsse. dass ein Besitzer von ־' ז־זיבים in talmndisrhov Zeit als fähig zu selbständiger Leheushultung and der Zd<>koh nicht hedürftig angesehen wurde. § M. Schon oben ist betont worden, dass Zdokuh ihrem Wesen nach, als einer von Gott gebotenen Pflicht, nicht entwürdigen kann. Wer Zdokoli ifimint, wer Zdokoh nelunen muss, verliert nichts von seiner Menscheuwürde. Ks gibt eine falsche Scham, die den