Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 8 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Soziale Kthik. - 23•» oder an der leuchtenden Humanität de* hebräischen Geistes, das» ענייב הדרזזיייב על "שיזחיב viel feiner, edler, rührender klingt, als - Hausbettel? Wenn du Bettler sagst, dann!lenkst du vor allem an den schäbigen Anzug, den Bettler tragen, wenn <111 von ענייב הכזחזריב על הפהוזיב sprichst, dann denkst <111 an Freitag-Abend* Gäste, die als Menschen, als Freunde, als Brüder in!len Licht״ schein deiner Sabbathlampe treten. § 10. Was hei uns in Deutschland dem Ausländer stark in di!־ Augen sticht, das ist der Mangel an 1׳ ,כביד הידרהer bei uns herrscht. Di!* Thora seihst wird wohl in weiten Kreisen auch hei uns geehrt, doch nicht die Menschen, die sich ihrem Studium weihen und jener Aristokratie des jüdischen Geistes augehören, die auch in den Vorschriften über das Zdokohwesen bevorzugt wird. Keine grössere Mizwo giebts, als einen Tboragelchrten in_ seinen . ge-_ srhäftlichen Unternehmungen'zu־'fordern: כ,1 הכטיל ד"1אי ל״״ח זיבד ייישב בישיבה של בעלה. Ja, viele sonst recht fromme Glaubensgenossen, die nicht zum Orden der nT zählen, rmptinden sogar eine stille Genugtuung darüber, wenn sie bei Tboragelchrten gesehättliche Unbeholfenheit und wirtschaftliches Zurückbleiben ge• wahren. Hättest dn nicht in deiner Jugend den ganzen Tag hinter der Gemoro gesessen! So denken sic, ohne zu ahnen, wie sehr ihre Denkweise den Ruin der Thora bedeutet. * 11. Zu den jüdischen Sorgen der vergangenen Friedenszeit gehörte auch die tiefgründige Überlegung, wie man am besten dem ״Unfug" des sogenannten Wanderbettels zu steuern vermöchte. Die Bestimmungen im Schulchan Aruch über die dem 'עני העיב כזביים לכקים (zu Deutsch : Wanderhettlerv an Werk- und Sahhathtagen zustehenden I’ortiouen an Nahrungsmitteln galten damals als veraltet. Inzwischen habe(( sich andere Sorgen angemeldet, die uns jene alten ans der Friedenszeit erst in ihrer ganzen Kleinlichkeit zeigen, und der Wanderarmen sind so viele geworden, dass es des ganzen Aufwandes der in Kuropa noch vorhandenen Menschenliebe wird bedürfen, um auch nur einer Teil der Arbeit zu leisten, die man in der Friedenszeit durch kaltherzige Organisationsversuche zu bewältigen dachte.