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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 7 (1917) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
7 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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320 Chronik. de■ Herrn Dr. Liebarraann an den Gemeindevorstand zerfällt nämlich in zwei Teile: in deui einen wahrt er seinen theologischen und religiösen Standpunkt, wie man es von ciucm Uberzeugungstreuen Mann nur erwarten kann; er steht anl einem streng konsenrativ-urthoaoxon Standpunkt; diesen Standpunkt wahrt der Herr mit aller Energie, die ■ms Achtung eintiössen muss. Aber aut der anderen Seite hat Herr Dr. Lieberraann durch diesen ■einen Standpunkt vor läng• •rer Zeit sich hinreissen lassen, gegen den Liberalismus im Judentum heftige Angriffe im ״Israelit“ zu richten. Diese Angriffe sind damals — das bekeunt Herr Dr. Liebermann in dem Schreiben an den Gemeindevorstaud — in seiner Aulregung bettiger geworden, als er sie bei ruhiger TJebeilegung hätte machen wollen und wie er sie heute nicht billigt. Meine Herren, ich mache Sie darauf aufmerksam, dass diese beiden Erklärungen des Herrn Dr. Liebermann unsere Achtung in unbeschränktem Masse hervorrülen müsseo, Das, meine Herren, wollte ich in dieser öffentlichen Sitzung konstatieren“׳ Angesichts dieses interessanten Vorkommnisses mochten wir nicht unterlassen, Kabbinatsksndidsteu, die auf ״streng konservativ-orthodoxem“ Standpunkt stehen, dringend zu ermahnen, bei der Abfassung von ״streng konscrvativ-ortbodoxen“ Israelit-Artikeln eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, denn maa kann nie wisseu- Seit 1. Februar erscheint in Warschau ein orthodoxes Tagesblatt im Jargon. Lebensfähigkeit und Wirkungskraft d eses Organs werden nicht zuletzt davon abhängen, ob es gelingt, aus den polnischen Judenmassen journalistische Talente bcruuszukolen, die betähigt und gewillt sind, ihre Federn in den Dienst unserer alten Thora zu stellen. Der vor kurzem stattgehäbte Delegiertentag der zionistischen Vereinigung hat nicht viel Bemerkenswertes zutage gelördert, ausgenommen vielleicht eine Kcdi‘ Hubers, der es treltlicb versteht, das unjUdiscbe Wesen des zioiiistischeii Denkens mit dem Schleier einer wirklich glänzenden Diktion zu verhüllen. Vom Misrachi hat man schon lange uicbts mehr gehört. Lebt er noch oder schläft er nur 1׳ Von einer zionistiseben Legion, die am Gallipoliteldzug auf englischer Seite teilgeuommeu haben, wussten neulich die Zeitungen zu erzählen. Mail muss es dem Zion suius lassen: auf die Nachahmung tremder Bräuche versteht er sieb meisterhaft. _____ ״Wie wir erfahren, wird mit Beginn des neuen Schuljahres durch die Verwaltung der israelitischen Gemeinde am l’hi.lantropin ein bedeutend verstärkter und verlietter l’aralleluutenicht in Keligion und alleu hebräischen Disciplinen für Söhne konservativ^ Eltern eingerichtet. Diese Zweigabteilung wird der Beaufsichtigung des konservativen Gemeinderabbiners unterstehen . Mit der Einführung dieses L'uterriclits wird ein seit langen Jahren gehegtes Verlangen der konservativen Kreise unserer Gemeinde erfüllt. Möge der Gesamtgemeinde daraus Segen erwachsen und der l'nterricht zur Kr.'iltigung des Einlieitsgedaukens in Ihr lühren.“ (Franklurter Fsmilienhlatt No. &). Dar Ausdruck ״Zweigabteilung“ ist gilt gewählt. Ist ja im Sinne der ,,konssrvativen Kreise“ der Frankfurter Gemeinde unsere alte, heilige Thora nur eine ״Zweigabteilung“ dos Gesaintjudeutums. Sehr unklar dagegen ist das Wort ״KinheitsgManke“. Dieses Wort besticht durch den Hauch der Ver- •öhnlichkeit, der von ihm ausströmt (denn wer möchte nicht versöhnlich sein «׳>, und es täussht dooh in Wirklichkeit uur darüber hinweg, dass kein

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