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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 3 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
3 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der gute Ton. 87 Der gute Ton. Er ist nicht immer ein guten Zeichen, dieser gute Ton. Seitdem er sieh eingebürgert hat in unseren Kreisen, ist uns die Toleranz in religiösen Dingen zur zweiten Natur ge• worden Seitdem ist auch die Orthodoxie 7.u einer Geschmacksfrage geworden. Dieser gute Ton hat gar manches verschuldet. Wer hat Schuld an der scharfen Oegnerschattrdte^tfTvIr hei seifieTif Entstehen der Austrittsgedanke fand? Der gute Ton. Wer hat ilic Entstehung des Misrachi, die universellen Aspirationen der Gemeindehundskreise erst möglich .gemacht? Der gute Ton. Mein ohiger Gesprächspartner ist sonst ein ganz braver, gewissenhatter, frommer Mann. Er heiligt den Sahhath, legt sich auf Reisen die schwersten Entbehrungen auf und kann überhaupt |iu seiner praktischen Mizwabetätigung als ein durchaus einwandfreier Jelmdi angesehen werden. Nur hat er sich einmal in den Kopf gesetzt, dass kühle Vornehmheit als die wichtigste Staffel der ethischen Stufenleiter des Piuehas ben Jair angetiigt werden müsse. Weil sonst das Judentum zugrunde gehe. Nur keinen unhelehrbaren Zelotisnms. Er möchte alles verstehen uud alles verzeihen. Er nimmt!las (ölte, woher immer es kommt. Kr möchte politisch ernst genommen sein. Er laboriert am guten Ton. \

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