Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Lodz. d:1» gelobte Land‘*. 67 mindest in dem polnischen Lodz. Denn in Moritz wird der Typus, nielit des gewesenen polnist lien Juden, sondern der Jude der Zukunft dem Leser vorgetnhrt, der gebildete und voll und ganz ttssimilierte Jud«*, der sogar 100 IM 0 Kübel in Kar. und ’tOIMMl Kübel in Schulden statt in Kar. opfert, um nur eine brau zu bekommen, die in polnischen Kreisen erzogen ist und »unseren Krauen so nnähnlich ist". Nichts kann nach nichtjüdischcr, speciell nach polnischer Auflassung dem Juden helfen; er muss und wird immer der Zyd bleiben. . . . Wie wenig, wie aber eigentlich gar nicht, die Aussenwelt den polnischen Juden kennt, wie sogar der Pole, der hier als Kadimanu und Sachverständiger niifirilt, ein jedes Wort, eine jede Scene, eine jede Linie lalsch und ganz unrichtig gezeichnet hat. das kann nur der ermessen und verstehen, der dieses Milieu aus eigener jüdischer K.rlahrung kennt. Wem aber dieses nicht gegeheil ist, der möge die jüdischen Milieukcuntnissc des Herrn Autors ans den folgenden Darlegungen ersehen: In der Mille des Zimmers sasa Schaajä Meiiih lsolin ider jüdische l׳'abrik»k<>nig . 111 rituelle (iewiinder gebullt, den linken Arm entblö-st und mit Kiemen umwickelt Kr betete halblaut und verneigte sich ernst. In zwei Fenstern standen zwei alle. weis*bärtige Synagogen- Sänger . . . und verneigten sich fortwährend, in dem letzten rosigen Schein der Abenddämmerung verlieft, und sangen eine wundersam leidenschaftliche und wundersam traurige!1snlumdic. Die Stimmen schwollen an in Klagen und Schmerz und tönten wie die Stimmen kupterner Posaunen in sch.eiender Wehmut, d.mn hcul'en sie in dumpter N'erzwcillnng und brachen in hoflnungsloses Stöhnen aus. und . . . es ergoss sich eine lange si1**e Melodie. Ks klang wie der Sang von l'löien in der grossen Mille blühender (!iirleu; ill einem Voll ekstatischen Llebesträuuicu erfüllten Halbschlaf. - nml SeitVer und Sehn-icdi» er>״nl“11 nn<‘lt d“11 1’ו|10וו^ן|0ווו1).־ Jerusalems, nach den traurigen, unendlichen \\ U'11-11. 11:0 11 den seng'-ndcii Sounengliitcn, nach dem verlorenen und so gi lichten Vaterland KV,). Der Oesang hielt an. bis es völlig Nacht wurde. ״ . . dtl haltest keine reihte Lust heute, du simuliertest das Singen. Wolltest du mu h und <׳״tt betrugen > 1 ■J7j sprach S! Iiaja zu einem der Sänger. Wie gros*art1g schön 1»t diese Darstellung, aber wie noch grossarliger lalsch! Der Kadndicisuius i'l hur dem Autor durch■ gegangen, und er wollte mit diesem das WCs. ח des Judentums zeichnen, dem diessr doch so fremd und lern 1«t' Wer bat denn dem Autor den Karen autgehunden. dass "!יוסוו‘ .lud■ n zu einem richtigen indischen liebele liollg seien; Und das .Singen, da« schone melodische Singen, eilt Kc«t.ilnltcll dl' indischen Itclcns l«l. wo hat er gesehen, dass Juden in der Abenddämmerung Kiemen, d. 1.