Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 1 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Shyloek. 1» begleitende <»*־l»*»r<lden Charakter Shylncks als einen tragisehen, unser tiefstes Mitgefühl erregenden darstellen״. Die modernen Schauspieler können sieh auf keinen (iermgeren als den genialen Irving berufen, der lest davon tiher/eiigt war, dass Shakespeares Sympathien auf Seiten des Judeft waren, nnd den Shyloek demgemäss spielte, im (iegnnsat/. zu einer seit dem Sehauspieler Maeklin üblichen Auffassung. Wenn man auch nicht so weit wie Honigmunn gehen darf, denn es entspräche nicht dem (■eiste des l(i. Jahrhunderts und Shakespeares, so sind doch nicht wcg/.ulcugnendc Momente in dem Charakter vorhanden,, die gegen die abstossetide Art sprechen, 'wie Creizenaeh ihn dargestcllt sehen möchte־. Das Italien hedc-utende englische- Kritiker längst empfunden, und einige dieser massge. Iienden Äusserungen mögen hier kurz erwähnt werden. Nach Swinhurne, dem starken lyrischen Dichter der Viktorianischeti /eit. tlösst Shakespeares Jude im (!egensatz /n dem Mar towes ,Schrecken und Mitleid* (termr and pit\ ein. Hazlitt!in seiner Charakteren 1.SI71: ,Shyloek wird fast ein Diehling ca halt-favourite) I1c־i dem )diilosophischcn Teil ■1**1 Zuschauer, der der Ansicht huldigt, dass jüdische Kaelie mindestens so gut wie• christliches l'nreeht ist“, l'nd der wegen seines Idenelenden Stils herühmtc Sehritlsteller lügt hinzu : A man 110 less sinned against tlian sinning (etwa : Mau sündigt gegen ihn nicht weniger, als er seihst sich vergeht). ( ,1. W. Males versehliesst sieh nicht der ullgcnieiiicn'Auffassiing, die in Shyloek ein l'ngehc־Uc־r sieht und ihn hasst und ausziacht. Aber ein schärferes Auge beobachte, dass das l'ugeheiier erklärt werde, und der grosse Dichter anatomicre Shyloek. Der Christ, der aut sein Werk blicke, habe zndi I.neben und hmhlocken keinen (•ritml. wohl aber zur Scham und zur Traurigkeit.!»••r bereits erwähnte Campbell; .,Wir scheiden von dem Juden mit mehr I.iebc als .Shakespeare eiuzutlösseu gewagt hat* Itlian Shakespeare has v'entured tu insinuate . Ward ((■!■schichte der englischen dramatischen Literatur 1 7<־י“> glaubt auch nicht, dass der Dichter Sympathie tur len Juden ericgcu wollte, meint aber, wenn trotzdem >ympall11c