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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 1 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
1 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 Shjlock. - .3. Vorliebe für allgemein•* Sentenzen, die Wiederholung de» schon Gesagten zeugen fiir «einen echt jüdischen Ursprung“. Aber der englische Zuschauer hat da« schwerlich herausgetüblf, und Shakespeare konnte und wollte Shxiock durch den Tonfall 'und die Aussprache nicht lächerlich machen. 111 Deutschland ist das leider eher möglich, wenn man die Schlcgelsche Übersetzung (später i«t tlet-Satzbau richtig gestellt vernimmt: Versteht mich, dass er ist vermögend (1,3): Gut, du wirst sehn mit deiucn eignen Augen des alten Shylocks Abstand von Bassanio (II, ■ft); Ein Bettler, der immer so schmuck ist gekommen auf den Markt (111, 1); l'nd was hat er gehabt für Grund? (ebda.) Hast du gefunden meine Tochter? (ebde.). Diese Worte sind es. die aut unseren Bühnen h.cs Gelächter bervorrufcn, und «ie haben mit dem von Wolff Berührten nichts zu tuu; der Kn״• Länder hört hier nichts spezifisch Jüdisches heraus. Ich wüsste auch nicht, wc Shakespeare «einen Slivlock mauschele oder im Jargon sprechen lassen sollte, (’reizcnach will heutige osteuropäische Zustände auf das England des Ifi. Jahrhunderts übertragen. Die Juden, die Shakespeare möglicherweise gekannt hat. waren doch Portugiesen oder Spaniolen, und nehmen wir den Fall an, dass er. wie manche Forscher glauben, in Italien gewesen ist und sogar in Venedig anf den! Hialto Jnden gesehen hat, so sprechen sie auch spaniolisch oder reines Spanisch oder italienisch. Und wenn er Jnden in England hörte, so war es die reine Sprache, ein Jiddisch oder Jargon gab es damals nicht, und so hat der Übersetzer, so hat der Schauspieler, so hat der Interpret kein Hecht, dein 'Dichter etwas unterzuschieben, was er nicht lieabsichtigt hat. Em int also unzweifelhaft, das« zu Gunsten Shylocks, der aut seiucm Schein besteht und den Pakt aiiszutiiliren entschlossen ist, manches . dass er von »lern Dichter nicht als der hartgesottene, natürliche Bö«ewi1ht schlechthin gezeichuet ist. Ist dem aber so. dann hat der Schauspieler geradezu die Pfiieht, hier dem Dichter zu folgen. Ganz unerfindlich ist es mir, weshalb ('reizeua<11 es missbilligt, das» ״die modernen Shylockdarstellcr weniger durch die Worte deJ Dichters als durch die Betonung und das 25 1137 3

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