Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 1 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Sb\lock erregt werde, so sei sie das zuliillige Krgelmis des unbewussten Takte s. mit dein di r I lichter den Charakter vermenschlichte (tlie advcntitiniis resiilt of tIn* iincnnscinus t.ict will! wliicli flu* poot liiiniuni/cd 1110 character). Auf diesen 1111 l»ewussten Takt, auf dieses wagen möchte ieli nucli eingehen und darauf hinwtdse». dass man sich, wenn man nur dem Text keinen Zwang antut. liebevoll in den Dichter versenken, so uel wie möglich aus ihm hcruusschüpfcn muss, ans dem genialen. gottbegnadeten Kiinstler. wie es Shakespeare war! Wie Crei/.cnaeh Shylock möchte. wäre er ein l'ngeheuer gleich Itnrahns. ohne menschliche Züge, also unnatürlich, unwahr. Wenn Marlowes Jude von Malta heute nur literarisch interessant, der grossen Menge alter iinhekaunt ist, Shakespeares Kaufmann von Venedig alter noch heute wie vor .'I(K) Jahren lebt, so hat eben Shakespeare der llauptgestalt seinen (ieist aufgedrückt, sie so geformt, dass sie natürlich ist, und dazu gehört, dass sie kein Zerr- Itild ist, sondern auch sympathische Züge aufweist. ״Shakespeare war ein Kind seiner Zeit, betont Schröer, alter doch auch seiner Zeit voraus, was in seinen Werken unwillkürlich und unbeahsichtigt. notwendigerweise von selbst /.um Aiisdiuek kam“.