Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 7 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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I»ie Wurzel de* Kriege». *Ji3 t.lt. so blitzartig, >0 ühcrgangslns, •las» nur «lie eine einzig•■ Einsicht möglich ist. die sidclics Wunder erklären kann: ClnusevvitzcnN Wort, «lass «l«*r Krieg nur «li«• -י — Fntt«1‘tzm1g «ler Politik.- Zwis«• In• n Sin cfäneu gieht es keine Rechtsbc/Jiehungen. Nicht genug kann man «licsc Erkenntnis sich niipiägcn. Wer sie sein eigen nennt, ist v««r Ucberrasclimigcn gründlich gefeit Ihm kann «ler Kri«־*r nicht «lie Wunilerhlume sein, «lie gewissermasscn aus «lern Nichts plötzlich en1|1«»rs«-hicss1 iinil alles llestehemle iilierschattel. sondern er kennt «las Kr!reich, in welchem «•r wurzelt, er *mlit ihn keimen um! warhsen, und begr«*ifl. «lass es nur ein einziges Mittel gieht. die (iiltvviiclicrmig zu s« hciiilicu : mit starker Hand an «lie Wurzeln rühren, «len Krieg entwurzeln, statt sich zu l«e gniigen, sein«• Auswüchse zu hpschnciilcu und ihm solchermassen — beinah wie unter «h in sorg<nden Finger tles (iiirtners — ein d«1|1|1elt gesichertes Ihtsein zu gewährleisten. Zwis«d1en Siiveräni n gieht es keine Re« litsheziehmigcii. IHe Suveriinität im eigentlichen Sinne, wie sie nur «len (Jrossstaaten ziikoimnt. ist ihrem RegrilVe nach iinteilhar und miverzichthar Nützliehe ״Verträge•‘ können den Suverän in seinem Verhalten hecintlusseu; liinden können sic ihn nicht. Oevviss entspricht es dem hohen Stand 11ns1׳rer Civilisation, wenn «lie Suverän«• in Friedens- Zeiten ihr«• gegenseitigen iteziehungen mit «lein (■ewande «Ich Rechts umkleiden. Alter «las ist har«׳ Fiktion. l’iiil zwar eine gefährliche Fiktion. Sie ist unendli<׳h geeignet, •lie N'ölker in Sicherheit einzulullcii. Sie iiherhrückt «las gähnende Nichts, das zw is« heil Suverän und Suverän sh 11 auttiit. Ja, sie hat es fertig gebracht, «lein \om Recht erborgten Flitter, «ler die Sätze des ,.Völkerrechts11 ‘׳mgi«׳ht, den Schein besonderer llciligk«׳it zu verleihen. Und zeigt sich doch gerade «larin als echte Fiktion. Ks gieht kein ..hesoutlers heiliges“ Recht. Ibis Recht ist sich seihst genug Sein Zwang nötig mul unsreh'licml. Nur weil cIm-ii «las Völk«׳rrc« 11t überhaupt kein Rhc'lit ist. hat die kluge Fiktion ein übriges getan und ihm einen beinah sakralen Charakter verliehen. Wie einst Zeus «ler Schützer des r«׳rhtlo*<11׳ Fremdlings w ar mul die Verletzung des Frenulliiigs dm um als .ganz beson lerer* Frevel erschien, so muss lu11׳te noch «lie (»11״• lii'it!!erhalten, um den vom Recht nicht getrage1u׳n Sätzen ■Ics \ «ilkerrechts Stütze mul Halt zu gewähren. Wo das R1׳rht f«׳hlt. muss (iott den Suverän vor «letii Suverän achutz«׳n Aber tiott 1»t weit mul «ler Zar ist nah. — — — l>as \ ülkerrecht ist «in fiktives Recht l»n׳ H« zieht ngen der׳ Suvmräne zu einamler wcrih'ii so angesehen, .als ob“ s!«■ Rechtsbezichungen wären So ist es vollkommen erkliirli« 11. <la»s «las Völkerrecht zu einer formlichi'ii W issenschaft I1erang«‘«l1ehei1 ist l>ic bekannten Mcllnnlcn «les eigentlichen Rerhf* miism 11 herhalten, um auch das Völkerrecht m «in System zu giessen. Man