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Jüdische Monatshefte · 1916-01-01 · 7 (1916) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
3 (1916)
Issue
7 (1916)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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I>i<- Wurzel iles Kriege», 2-׳V wegs iin eigentlii•111'fi fJcgcnsatz zu <11*11 ״normalen“ Beziehungen der Staaten untereinander stellt, wie sie die ״*!״litik" zu lund haben beruh'ii ist. I * i «־ *uveränen Staaten •las scheint mir der Kern des' erwähnten Wortes zu sein, bei inden sieh im (•runde ׳!;ן n » ni nirn i in perma riefen Kriegszustand. Nur die Mittel sind vers! lueden, deren sieh die Staalenlenker zur Krreiehung ilirer Ziele im Verlaufe des Kriegszustandes bedienen Haid sind es .Verträge1*, bald sind es Vereinbarungen des _V״I kerreehts־‘, bald sind es Drohungen, bald Sehmeieheleien, bald Verschwägerungen und bald — Totschlag. In der Tat. eine über aus grosse Mannigfaltigkeit. Auch die Individuen, als sie um 11 aiiverän waren, haben sich nielit ständig totgcschlagen. Totschlag schien auch ihnen ein unter Imstande!) weuig gangbarer Weg Sie waren nicht alle direkt von Mordlust beseelt. Zum mindest( n die Besseren unter ihnen haben sicherlich nur totgeschlagcn, wenn'* — gar nicht anders ging W'as aber d״ch nicht abhalten konnte und kann, auch sie als Anhänger des rechtswidrigen Faiistreehts zu erachten, ltenn darin liegt das Wesen der Sache: dass es nur ein Kntweder — Oder triebt; Kntweder!,'austrecht oder Hechtsgcuieinschatt. Tertium n״n datur. Item Hecht muss man sieh gänzlich und ohne jeden Vorbehalt unterwerfen, hie Hoheit des Hecht* verträgt keine bedingte l’nterwertunp. Wer da also s|!richt; Ich will mich, solang*es nur Irgeifdwfe geht, dein Hecht wohl unter werten und will in meinem Nächsten den Hechtsgeiiosseii erblicken — — bloss, wenn mein vitales Interesse beiührt wird (und wann dies der Fall ist, darüber habeich selbstverständlich ■ranz allein zu befinden), bloss, dann muss ich. traurig zwar, doch von Amte* wegen den ,,Naturzustand“ wieder in Kraft treten lassen und meine, selbstverständlich gerechte Sache, dem Schwert zur cndgiiltigeu Kutschcidung überleben und — bloss tiir ein Weilchen! — den an sonst herrschenden Hechtszustaml si*tie1en-: wer also spricht. der lästert da* Hecht! Dem Hecht die Bagatellsachen. der Fa״*t die Lebensfragen: da schüttelt das Hecht sein Haupt und zieht sieh in seiner Würde aufs schwerste getroffen, grollend zurück. — Wir alle haben sehenden Alices den furchtbarsten aller Krieg! hereinbrechen erlebt,!‘!oi/.licli war er da. I'lölzlich alles (•ereile womit sich unsere tieneration seit .lahrzchiitcu in Sicherheit ge wiegt, wie Spreu hinvveggefcgt.!,lötzlieh alle Verträge aussei Kraft gesetzt, i'lbtzlu h alles t ■cnieiiischattshewusstsein erloschen Die Maske fiel, der Schein verllog und übrig blieb nur, was allen das Wesenhatte unserer heutigen Staatsstruktur ist: die Suvera nitiit, die gänzlich beziehungslose Allmacht, die entsetzliche Isolatim. wie man sie *mst mir in der Tierwelt mit Schaudern ahnte. In Staat oder die Stautcugruppc wie in einer Hohle au* der kein andere Verbindung zur Nachbarhöhle geht, als die Verbindung, d Tod und Verderben hiniibeispeit — - : und all das so unvermit

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