Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 7 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
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Oie \V iiriel d<■* Krieget. JIB franzäsischcn Staatsoberhauptes entscheidend zurückwcisen. 1 >ie Snveriinitiit ist solrhermassen als'ein überaus taugliches Ka111|tfm• -trmiient in die Welt Betreten, mit dessen Hilfe der moderne Staat mit aeinor gegen Innen wie gegen Aussen Berirliteten l'nabhängigkeit errichtet worden ist. Oie ganze, aus der Siiveränitiit sich ergehende Machtfülle ist natürlich zunächst «lein Fürsten zu tiute gekommen, dessen Person «len Staat repräsentierte. Allenthalben ist jedoch im eivilisieiten Humpa mittlerweile der Fürst nrgansehaft-!ich in den Staat ciuhezogcn worden; diesem und nicht dein Fürsten -tfht dalu r gegenwärtig die Suvcränitäf zu! — — Nicht nur die (iesehieht!• «ler Natur, somlern auch die Oe- -(■!lichte der .Menschen zeigt das Vorhandensein von ruilinieutären l eherresten einstmals überaus wertvoller Organe, die anscheinend ihre ursprüngliche Funktion längst verloren haben und in ihrem jetzigen Kcstand dem lebendigen Organismus nur noch zu Ocfalir und Verderben gereichen. So gtdit es auch mit der Suveränilät. Sie hat ihre ursprünglich wertvolle Funktion langst ausgeiilit. indem sie den modernen Staat seiner mittelalterlichen Fesseln!׳ntletligt hat. Aber mit Beemligimg ihrer ld.1t..ri..h.1n Minuion i.1 Lin 1.1■ t;r zugleich vom Schauplatz verschwunden. Sie spielt!♦eilte noch eine hcdi'iitsnuie Kolli‘, wenn auch in sehr verschiedenem Sinn als wie ehedem. War si<* einstmals ein Vehikel des Fortschritts, so ist sie gegenwärtig zur gefährlichsten /ulliiehtstätte aller (ieister gcworilen, die einer gedeihlichen Weiterentwicklung des modernen Staatshe gritVes von Herzen gram siml. in «ler Staatsidee «ler Kenaissauee vielmehr «ler Weisheit letzten Schluss tiir alle '/.eiten erblicken möchten K(‘incn gefährlicheren Feind hat di«‘ auf relative Ver wirklichnng der Welttrieilensgemcinsehaft gcrichtidc Kiilturhestre loing. als «len verknöcherten SiiveränitätslicgriH'. In diesem ItegrilV liegt kt'imartig geradezu «lie Itigische Notwendigkeit des Krieges liesehlosgen. Weil <1«t n10d«‘rne Staat, so argumentiert man. suverän i-t, kann er ki'iuer Keehtsgenieinsehatt höherer Art Unterworten wenlen. l)ie seiner einzig würdige Art rechtlicher Kindung sei daver tragliehe K«•«• hts\ «*rliii11 n 1s, «las «he rnahhängigkeit sein« r Keelits. persönlielikeit gänzlich unberührt lasse; «lie modernen Staaten könnten liöehstiMis in Keehtsvt‘rhält11issen internationaler Art zu einaixler .-teilen, nie aber «liirfien sie. ohne ihre eigenartig«• Wunl׳• /.11 verlieren, unter ein all«• 11mtassend«‘s Kee h I - -11 b je kt -idb-iän diger Ksisteiiz einbe/.ogeii werden. Oer -meräne Staat sei ab-o• l«1t«־r Selbstzweck. Seinem freien Krinessen müsse die Hiit-eheiduiig wichtiger, au sein Leben greih'iider Fragen uherlasscu bleiben. Seihst «lie verpflichtend«• Kraft der Keehtsverhiiltni-se linde bei dieser Kiitseheiiliing ihre seharte Orenzc.