Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4900572-5964858-5964913--1061-4901596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
177 Da# orthodox«‘ /.udontum in Mittclturopt. Iminen widerhallten von allerhand Revidutiouatirailen. welche auch die gewaltige innere Anteilnahme der Orthodoxie an «len! neuen Krleben nur nll/.udeutlich verrieten Diese!« Neue, Moderne war uicbt immer '״ gründlich verdaut wie es die seelische Oesundheit erfordert hätte. Wenn — um nur einige Kongressstimmen wieifer zum Klingen zu hringen — «ler Abgeordnete Moritz Diamant sich also vernehmen U0SS4- ..Sie ־wissen —es—alle, meine Herren, bis jetzt durchzog ein ticle• I ■ahnen die gesamte ungarisehsiebenhürgisrhe Judenschaft; sie erwachen aber jetzt, unsere Urinier, sie hören aut zu gähnen, reihen sich die Augen und tragen: was haben unsere Deputierten, unsere Ahlegaten für uns geschaffen? Träumen wir, oder träumen die Herren? Meine Herren, während wir in ernster und würdiger Stimmung die dem Kongresse vorliegenden Arbeiten beraten, geht die Weltgeschichte ihren regelmässigen Dang, mit ihrem eisernen —Tritt und—Schritt־:-oderwenn—Herr Weinhcrger «ier ■Hoffnung Ausdruck verleiht, dass es ihn! vielleicht doch gelingen werde, ..ex memoria aus dem Paragraphenmecr einige JjS herauszutischen“ — oder Herr Philipp Schlesinger («ler spätere Kahhiucr von Nagv- - Tapolesanv, \ erfassendes r: ב־ r*T) die (iegenwart als die Zeit charakterisiert. ..wo man das Inslehenrufcn einer biblisch karai tischen Sekte in unserem Vaterlamle anstrebt, wo wir unwillkürlich ausrnfen müssen: Hannihal ante portas!‘• wenn Herr Rabbiner Wcisse Worte spricht, ,.die ich mir gestern nicht mit Tinte, sondern mit dem Blute meines H«׳rzens Hiuhtig aufgezeichnet habe־.‘ — wenn Herr Moritz Diamant sich später abermals erlicht und in den Saal 11. a. auch die Worte schmettert: ״Meine Herren, der Ruf, der uns hierhergebraeht. lautet: Die ungarischen (iem<-inden sind krank! Wir stehen nun als Ohewra Ka«lischa Männer am Kranken bi'tte. Hüten Sie sich, den ungarischen <Jenu111׳de!1 die Feiler vor die Nase zu legen. «I«*r vermeintliche Kranke wird mit einem Hauch Ihre Pnragraphcn wegblasen nun seine l.idienstähigkeit beweisen“ —: so gewährt uns diese hochtönende, in Bildern und Fremdwörtern schwelgende, nicht immer geschmackvolle Rhetorik einen tiefen Hinblick in die Stimmung d«-s Kongresses und in «1 ie seelische Verfassung seiner Redner, und wir begreifen auch, dass Mäntmr, die sich innerlieh vor «lein Kinhruch «les Neuen immer sorgsam