Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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114 der Leidensgeschichte Israels stumm miri <111 nipt' verhalten liUilt, den erlösenden Aufschrei des Dichterw ortes /.u schenken. So entsteht der gross angelegte l'lan zum .Rabbi vmi Bacharach“. den er mit .unsäglicher Liehe“ in der Brust trägt, der ein ״unsterbliches liu«■!»-‘ werden soll, von dem er fühlt, dass nur e r es sehreihen kann .und dass das Sehreihen desselben eine nützliche gottgefällige Handlung ist"1). Kr konnte es nicht austiihreu. Die Taufe kam dazwischen und riss ihn aus der Stimmung, wie ihm auch sonst, oft in seinen schönsten (iedichten, die poetische Stirnmutig durch die allzu gegensätzliche Wirklichkeit, durch den Riss und die Spaltung seines eigenen Wesens zerstört wird. Weiter tindet man Beweise seines feinen Naehemplindens poetischer Mnmente des jüdischen Lehens in den ״Hebräischen Melodien", aber überschätzen darf man die Stärke speziell dieser Eindrücke nicht — denn der Dichter der ״Hebräischen ,Melodien* ist auch der Dichter der ״Wallfahrt nach Kcvlaar" jind hegt eine schwärnierische Bewunderung liir die Poesie in der Symbolik katholischer "DngifieTi'.'"־Ttefefr ״iTneifdliclie Süsse, geheimnisvoll selige l*eberschwänglii hkeit und schauerliche Todeslust* ihn überwältigt.‘) Demselben Dichter ist das ('hristcntnm zwar nur eine eigenartige Entwicklung der jüdischen Religion, sein Stifter aber ״sublimste Blüte" der jüdischen Rasse und wird von ihm nicht nur in den ״N'ordsecbildorn“. sondern auch sonst in zahlreichen Stellen seiner Prosa verherrlicht -״ -יwelche von den vorhandenen Religionen haben Sie‘׳׳‘‘ tragt eine junge Engländerin den Dichter in den ״Reisebildern". ״Ich, Mylady־, antwortet er, .ich habe sie alle, der Dutt meiner Seele steigt in den Himmel und betäubt selbst die ewigen Ciötter“. Zeit seinen Lebens hat Heine zwischen Hellas und Judäa, zwischen Dionysos und dem Manne von (iolgatha. zwischen der Idee eines politischen Barbarossa) oder eines religiösen Messias hin und hergeschwankt. Hat begonnen mit dem Weihraiichnehol mittelalterlicher Kirelihofsromantik. wollte dann mit stolz geblähtem Segel, an Bord jüdisch nationale Ideale, nach «lern ״Wunderlande 1111111111“ aus/ichen. litt kläglich Schilfbriicb und rettete sich auf die ü!tritt!׳. ilfiUndi»(«.