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Jüdische Monatshefte · 1916-01-01 · 3 (1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
3 (1916)
Issue
3 (1916)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 49)
Language
German
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113 oliiifigr«’!• durch mehrere Jahre zu einer Herzensangelegenheit macht und das immer wieder auch später in ihm hei jeder (ich■ genheit durchbricht, ist rein nationaler Natur. Ja. erbringt zuweilen sogar ein gewisses (iefülil des Nationais t o I /. e s aut, ein Abkömmling jener Märtyrer zu sein, ״die der Welt, einen <iott lind eine Moral gegeben 171771 äül am allen ■Vlllill'lnfi'ldi m 111׳k Godankens gek" und gelitten haben“.') Aber die liochHiegeiideu Jugendjahre mit ihrem reformatorischen Khrgeiz und judenbeglückerhaften Bestrebungen verbrämen und ertrinken klüglich genug im Wasser der 'raute. Zurück bleibt der Katzenjammer an sich und der Welt uud das — ästhetische Interesse an! Judeutum. Nach wie vor verlieht er das liecht der nationalen Besonderheit der Juden. Aber er kann es aus be greilllichen Gründen nicht mehr in der gewohnten Freiheit und Kindeutigkeit tun. Nach wie vor ergreift er die Partei der Juden in der Frage ihrer sozialen Stellung gegenüber der herrschenden Staatsgemeinsehaft — aberer tufT*s liii Gewände des ■revolutionären Vnlkstribnns, dem nur die Sache der Schwächeren gegen die Stärkeren, eines jeden Volkes gegen jede Uegieruug am Herzen liegt. Zurück bleibt in alter Stärke und rnvertiilsehtheit nur das ästhetische Interesse_Heines tun Judentum, das Interesse des Dichters. Wenn man Heines Beziehungen zum Judentum priitt, dar) mau nicht nur nie ausser Acht lassen,!lass er als Denker ganz im Bannkreis der Ideen der französischen Bevolution stand und sclum daher ihm die Sache eines unterdrückten Volkes am Herzen liegen, sowie dessen Religion gleichgültig sein konnte — und man darf ebensowenig vergessen, dass er ein Dichter war und alle Kragen, die seinen Geist heschättigteu, mit der ganzen Kraft, dem ganzen Reichtum sciuer Phantasie aufgriff und ausschmückte und mit dem Gcmiite des Dichters empfand und belebte. Hier liegt der schnei• dende Gegensatz, zwischen ihm und Börne. Hier liegt die Ursache seiner grossen Vorliebe Air das ״Alte Testament“; hier der Antrieb zu seinem .Studium ’ her Chroniken; daher seine Sehnsucht, dem ״grosse!! Judenschmerz‘, den er zwischen den vergilbten Blättern ,UeiUndis••“. 5 2

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