Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
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112 ganzer I )eutlichkeit, wie da!« Programm der ..neiin/ehn Briefe“, der Krage einmal wirklieh sachgemüss von innen und nielil stets nur von aussen her näherzutretei;, die jüdische Lehre einmal als .Inden, und nicht als bereits ahgefallene .Inden /.n lesen, den innersten Kern des 1 ciielstfllilllN gl'IMilVen h.H■— - Heine hat sieh seihst schlechthin ..den geborenen Feind aller positiven Heligioiien'־ geiiafint. Kr ist hier ganz Sohn der Aul’־ kliirung und ■ vielleicht' dies ist eine Vermutung—Sohn seiner Mutter, der ..strengen Iteistin•• und Schiileiin Koiissenus. her Hin- Hitss einer Mutter aut die religiösen (Jefiihle des Kindes und sogar die religiösen (Jcdnnken des Mannes ist gewiss grösser, als sieh naehweisen lässt! Sicher ist, dass Heine, in dessen Schriften (Jedanken und (Jcistesblit/e über positive Keligionen einen gar breiten Kaum einnehmen, nie ernsthaft und sachlich diese seine Feindschaft gegenüber einem (Jebiet, das ihn so stark interessiert, begründet hat södass, wldörepTnchsviill genug, uns de s«■ -,V4u1uu>aliit_ selbst mit dem Anspruch eines |)ogmas nutzutreten scheint, das, mit der Muttermilch kritiklos und gläubig eingesogen. Inventar seiuOs geistigen F,rbes| wird und stets mit besonderer l'esit/.erfrende hervorgekramt und mit allerlei krausem Zierrat behängt wurde — von philosophischem \Vert oder auch rmr rebgtonskritisehernsl zu nehmen sind seine Aeusserungen auf diesem <!ebiete nie. Sie sind samt und sonders Itlcndcr von oft selbst hei Heine überraschendem Witz sje sind Kinfälle. aber keine (Jedanken, geschweige ein 8\stem. Ks erübrigt sich daher, im Italimeu dieses Aufsatzes ihre Ketruchtiiug im Kiiizelnen. Nein, das .liidentuni ist für Heine einzig und allein eine Kiilturtrage Wold erkennt er. dass die jüdische IJeligion /.uni Wesen des .ludctuuis gehört, wenn nicht gar dies Wesen aus• macht \ud!l spottet er über svnagogale Kelorm und Yerchrisf lichung des Kitiih. alter persönlich sieht er doch jeder Form der l’ebertragiing von religiösen Normen in das persönliche und indi- \iduellc Leben fremd und gleichgültig gegenüber. Aus seiner liesseren F.insicht erblüht ihm kein Leben. Was Heine am .liidentuni retormieren will, liegt auf rein sozialem (Jehlet Ibis Interesse, das ihm solche Wünsche und