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Jüdische Monatshefte · 1916-01-01 · 3 (1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
3 (1916)
Issue
3 (1916)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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84 Wat* von der deutschen Dichtung gilt. das ^ilt ebenso von!len andern (• 1*I>i«11 *11׳ der deutschen Kunst und ebenso auch von den Trägern und Zentren des Krwerbidehciis, der sozialen und wirtscliaitliclien Sphäre, den (iesehättshäiisern, Fabriken. hisen halinen usw. Zur Kunst gehört auch die Musik. Ks wäre lächerlich. über die Zulässigkeit der Hegeisterung für eine schöne Melodie im Schuldem Arudi nachschlagen /.u wollen. Der ästhetische Sinn ist dein Menschen ebenso angelmrcu wie der (ieruchs- und (iesdiniacksinn “und wie die amleren Sinne. Ihn ertöten zu wollen ginge wider du! Natur. Itu Keiche der Thora war Musik und (iesang von altersher zuhaus. In der Musik steckt aber ein ge• wattiges Itilduugsfcrmeiit. l’inl dieser Bildungs!|11elle kann Nie inand aus dem Wege gehen. Auch das ist. eine Tatsache, iiher die sich nicht streiten lässt, die man sehlankweg anerkennen muss. In allen Synagogen wird die Kunst des (Jcsangs mehr oder minder vollkommen geiiht. Im Westen wie im Osten Diese synagogalen Sangweisen konnten sich aber seit je von den Klementen der ausscrjüdischen Singkunst viel sehwerer freihalten als etwa das jüdische Denken von der Beeintlnssuug durch die aitsscrjiidisehe l’hdosphie ^(iar Mancher, der von Kant upd tliitl»■—ubdü* ״»,eins, hehcrheigi im tiemnt .Melodien, die aus der nicht jüdischen Well via Sulzer oder l.cwandowski an «ein <>hr gedrungen sind und die hei aller Modelung und Formung für das synagogale Milieu ihre Abstammung aus nicht jüdischer Künstler|d1autasie nicht verleugnen können. So kann man der Kunst \iel schwerer aus dem Wege gehen als der Wissenschaft. Die letztere wartet bis wir zu ihr kommen, die erster!• wartet nicht, sie verfolgt uns. und wenn auch nur. etwa aut das Niveau eines (insscnhnucis hcrahgcsunkfn, in primitivster Form, aut Schritt und Tritt. Wir werden ferner auch durch!las Medium des F.rwerbsh• bens mit der modernen Kultur in Kontakt gesetzt, (;!׳länge es seihst, der \\ issenschati und Kunst mit Frlölg auf die Dauer aus■ /iiwcichcii. den Kinlliisscn des Krwerhslebcns ist .ledermnnn aus gesetzt, seitdem (״>tt!11!״ ׳Itfzw'inguiig der Frile״ dem Menschen als!•me grundlegende Aufgabe zuwics Aus den (;cschättshäiiscrn. Fabriken. Fiscnhahncn usw. ergies.sl «jcli iiher .leden. 11er ihnen nahi'sti'ht oiler auch mir gelegentlich mit ihnen in lb Ziehung tritt.

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