Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 1 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Eine heikle Etikettenfrage. Das Sicherheiten von den Sitzen als Zeichen der Khrlureht ist eine Sitte. tlie wohl im allgemeinen als eine gesellschaftliche Zeremonie angesehen wird. die man ansiihen aller auch unterlassen kauo, ohne sieh •lainit eines tragisch zu nehmenden Verstosses gegen die (״ setze der Moral schuldig zu tnaelien; im Sinne des jüdischen Keligionsgesetz.es jedoch wohnt djeser Sitte eine nicht minder hohe Bcdeutim״ iiine. wj!‘ jeder anderen Norm, mit der die Thora das Zusammenlehen der Menschen^ geregelt hat. ״Man ist verpflichtet, vor seinem Vater auf/.nstehen.“ Mit diesem Snt/.e iSehulchan Aruch Jore dea ‘J4n. 7) will das (leset/, auch in das Verhalten des Kindes /.um Vater einen Zu״ steifer Körmlirhkeit, das I »istanzhew usstsein der Ktikettenregel verpflanzen. Nicht kameradschaftlich, wie die vorurteilslose moderne An- M-hauung es will, soll das Verhältnis /.wischen Kind und Vater sein. l>as Kind soll nie vergessen, wen es im Vater vor sich hat. Ks hat seinen guten (!rund, wenn der ]"יניב im Gegensatz zu Ka- — »ohi im Verse .er fiel ihm um den Hals“1Gen. 4*1. 2t•) nicht Josef sondern .lakoli als Subjekt erklärt. Wenn Vater und äohn nach langen Jahren des Kernseins ein unverhofftes Wiedersehen feiern, dann ge/.ienit es wohl Jakoh seinem Sohne Josef um den Hals zu lallen, nicht aller umgekehrt Das Kind soll seinem Vater auch in einer Stunde der Krregung nicht um den Hals fallen, sondern durch ehrfürchtigen Handkuss seinen Gefühlen einen förmlichen, disziplinierten Ausdruck verleihen. Sollte nicht auch der in vielen jüdischen Kreisen, zumal im Osten heimische Brauch, dass Kinder ihre Kltern nicht kameradschaftlich mit ״Du“ sondern etikcttenhalt mit ״Sie" anreden. weit entfernt, eine lächerliche Steifheit 7.11 sein, vielmehr »eine gute Begründung in den Kegeln jener jüdischen Grandezza hahen. wie sie der ,"דב“ als schon in der Patriarchenzeit liestehend annalim V Nicht spioleriseh sind die jüdischen Sitten, sondern ernst, erwachsen aut dam Boden einer.vom Gottesgei-t getränkten Anschauung von Welt und Lehen. Man kann darum auch nicht itn