Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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415 der *erniinftige Lehrer sich vcrgt-wissern will, oft die Mischna auch allseits * erstanden werden ist. Wozu also der grossen Worte! Auel! dje Forderung, dass tiir den Anfangsunterricht im Talmud Stoffe herausg«*griffen werden mögen, die das Interesse wecken, der geistigen Regsamkeit Nahrung geben und auch der Fassung«• kraft des Schülers entsprechen, stellt sich als ein*■ selhstverstandliehe dar. Fs muss deshalb nicht gerade ein Sammelwerk zur l'nterlage dienen, wie wir es im .,llatnadrich‘׳ besitzen. Verfasser wünscht geeignete Auswahl agadischer und ethischer Stellen, die die sittlichen Kräfte der Schüler stählcu und allmählich halachische Stoffe mit besonderer Berücksichtigung solcher Abschnitte, die sich auf das praktische Lehen beziehen. Das ist alles richtig Doch bedauern wir, *lass Verf. manch hartes Wort für die sog. ״alte“ Methode gefunden hat, die sich hei näherem Zusehen durchaus nicht als veraltet erweist. B. Mezia wird immer noch nach einiger Zeit herange/.ogen werden können, ohne gleich .,mit Stock und Knüppel mundgerecht״ gemacht werden zu müssen. Kinder sehnen sieb, wie die Frfahrung lehrt, nach etwas stärkerer Nahrung, zumal sich ihr Deist schon in trübem Alter durch Beschäftigung mit anderen Lehrstoffen, wie z. B. der ^5&2tbcmatik. an abstrakt«‘« Denken gewöhnt Wir wollen zudem auch nicht vergessen, «lass die (»rossen unserer G«*schiehte aus «ler .,alten“ Schul«• hervorge* gangen sind. Bei dem ihm sonst eigenen klaren Urteil hätte V«‘rt. sieh hüten sollen. Krs« heinuugeu zu verallgemeinern, die nur als Auswüchse verurteilt werden dürfen. So hätten wir denn den 5. Abschnitt der Methodik gerne ganz ve!misst. Audi «lie Bemerkung S. über talmndischc Däinomdogie hätte in dieser Form nicht geschrieben werden dürfen.—Schliesslich möchten w ir noch hem«־rken, dass das Buch l«‘ider durch zahlreiche Druckfehler entstellt, auch manche schiefe Ausdrücke enthält, die j«‘doch im all• gemeinen die Lektüre nicht stören. Mit dem Gesagten wollen wir jedoch den Wert tles Buch«‘« durchaus nicht schmälern. Das Buch ist von sachkundiger Feder geschrieben und hehaudelt Themata, die «las Interess«■ aller jü«lisilier Kreise beanspruchen dürfen Wir wünschen daher dem Werke weitest«• Verbreitung. ph. r.