Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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404 hinoinleuchtot. einen drohenden—Kriegin—der eigenen Flamme 7.11 ersticken mit Hilfe de!» Sehiedsrichtertums, für das er eiugetreten war. Dann spricht er die goldenen Sätze: ,Ich sage nicht, dass die Zivilisation Krieg immer und überall ausschliesst. Nicht jeder Fall ist den Schiedsrichtern zugänglich. Krieg gegen Despotismus und Sklaverei ist nicht nur gerecht, sondern sogar unvermeidlich. Ks gibt aber eine Form der kriegerischen Gesinnung, (jiewir Jingoismus nennen Jingoismus ist irregeleiteter Patriotismus. Kr ist nicht beschränkt auf ein einzelnes Land. Wir finden ihn überall. Er ist ein Aufruf 7.u nationaler Eitelkeit, nationalen Vorurteilen and nationalen Empfindlichkeiten. Es ist die Pflicht einer Presse, die sich ihrer Verantworlichkeit bewusst ist, diese Kegungen zu bekämpfen. Denn die Presse vot allem erzeugt und befestigt den Geist, den wir die öffentliehe Meinung nennen, mit dem in U e b e r e i ns t i m - mung zu sein jeder Regierung erst ihre!Stärke gibt. Ks ist die Pflicht der Presse, das Recht klarzulegen und das Unrecht beim Namen zu nennen. Moral zu lehren, der Wahrheit beizustehen und den Irrtum zu bekämpfen, standhaft, gewissenhaft und ohne Fnrcht.“ - Alles Weitere ist trotz seiner Universalität. Aktualität und packendenden Schilderungen im Einzelnen für uns nicht mehr wesentlich. Mehr und mehr wächst Theodor Merten über sich seihst und die engen Grenzen seines Persönlichen hinaus. Mehr und mehr erstarrt er. menschlich gesprochen, zum Symbol. Er wird das Gewissen der Welt. Wenn schon nicht er selrfkt. Männer seines Geistes sind überall da. wo die Wogen der llrandung hoch gehen. Die Affäre Dreyfuss, der Rurenkrieg, der russisch japanische Krieg, Judenpogrome, der Untergang der Titanic, die diplomatischen He- Ziehungen der Völker Europas — überall ist Theodor Merten gegenwiirtig, nimmt er Stellung, pocht das Gewiseen der Welt an die Seele der Welt, mahnend, zürnend, aufpeitschend Als er den Weltkrieg nahen sieht und all sein Streiten und Kämpfen ihn nicht aufzuhalteu vermag, verzweifelt er zum ersten Male an seiner Autgäbe — ist der Weg Gottes wirklich auch der Weg der Menschheit? — und stirbt. Ich sagte: er wird zum Symbol des Weltgewissens. Ich hätte