Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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403 Strassen der Erde zu 'wandeln. Per Weg der .Menachlieit war der Weg Gotte«!. Civilisation war sein Name. Am Rande dieses Wege* wuchsen die Völkerkulturen, Sein Ziel lag über die Blicke der Schreitenden hinaus im Licht der Gottesnähe! Weh denen, deren Vernunft stumpf und deren Gewissen taub war! Sie waren die Verderber am Werke Gottes!“ Hier liegt der Angelpunkt des Buches. Was nun folgt, die grossartige Tätigkeit, die Theodor entlaltet, das Geheimnis seiner beispiellosen Erfolge, die Wur/.eln seiner Kraft liegen in dieser lebendigen Erkenntnis der Gottesnähe im Getriebe der Welt, in der Geschichte der Menschheit — und in der aus dieser Erkenntnis tliessenden ungeheuren Kraft seines Hasses gegen all die ״Verderber am Werke Gottes”. Ihrer Verfolgung ist fortan sein Leben geweiht. Gegen sie allein, gegen sie ausschliesslich, in welcher Gestalt immer sie ihm entgegentraten, richtete er die furchtbare Waffe, die ihm 7.u Gebote steht: seine Zeitung Keiner Partei gehört sie an, die Volksverführer aller Parteien bekämpft sic. ״Sie soll immer und vor allem unabhängig sein und sieh niemals fürchten, das Unrecht an?.ugreifen. gleichgültig, ob es aus dem. Machthunger der wenigen Reirhen oder!lern Machthunger der vielen Armen ftiesst”. Ein Programm, wert der Nachahmung! Theodor Merten bleibt ihm treu. Nicht Parteien, nichr—— Klassen, nicht Männer bekämpft er. Gegen die Verderber am Werke Gottes streitet er. Auf jede schwärende Wunde am Leibe der Menschheit legt er seinen Finger, unerbittlich ob des Wulgcbeuls der Betroffenen. Kein Ansehen der Person hält ihn zurück. Er sieht nicht rechts, nicht links — unbeirrt, sein Ziel vor Augen, geht er seinen Weg. Jeder Verbrecher kennt seinen Namen, alter am h die Häupter der Ordnung fürchten seinen Biirk. Denn un bestechlich ist sein Urteil, hüben wie drüben. Er ist eine gesellschaftliche Macht gew< rden. Die nächste politische Krise macht ihn zu einer politischen Macht. Wie selbstverständlich legt er an die Handlungen der Völker den gleichen Massstal) wie an die Handlungen des Einzelneu. Doppelte Moral V Die Frage kommt ihm gar nicht. Es gelingt ilnn durch die eiserne Konsequenz, mit der er in jede dun• kelste Ecke und leiseate Triebteder der politischen Verwicklung