Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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402 sind derart, da»!* die Gesellschaft sich verspekuliert hat und den Schaden rfur» h Zeitweilige Kidinherabsetzung der Arbeiter einhringen will. Theodor ist keiu Arlieiter mehr. Trotzdem stellt er sieh an der Spitze des Streiks. Man nietet ihm unter der Hand Gehaltserhöhuug, falls er zurückträte. Zum Drittenmal, als der Vater sein Kind tötete, als die Brücke halten sollte, einerlei, oh Menschenleben auf »lern Spiele standen und jetzt wieder, scheint ihm das Geld der schlimmste Feind der Menschheit. Der Streik nimmt einen aufregenden Verlaut. Kr erstreckt sich über die gesamte Bahnarheiterschaft der Vereinigten Staaten. Er kostet Menschenleben und legt niedrige Triebe der Menschenseele bloss. Theodor ist einer der Führer - er erlebt alles. Beeilt und Unrecht auf beiden Seiten, mit zehnfacher Gewalt. Sein Blick, der Blick des inzwischen vnllgcreitten und hochentw ickelten Mannes, dringt ius Innere des Getriebes — hier wie bei der Maschine. Der Zeitungsrcdakteur. der zu ihm kommt und ihm die Spalten seines Blattes öffnet, findet einen fertigen, harten und wuchtigen Stvl. Das Formen der Berichte wird ihm zu einer Erlösung von übermächtigem Druck. Den Antrnhr. der in ihm tobt, schleudert er in die Seele des Unsers, Dutzende von Brieten bringt ilnu jede Dost; Ean-ungehenres ״Kehn werken seine Artikel Wieder dringF mit ungeheurer Kraft in seine Seele die Erkenntnis von der Macht »ler Zeitung. ,.Er empfand die Schlagkraft »les Wortes, das in derselben Minute zehntausend Gegner traf, zehntausend Freunde aufriet, zehntausnol Gleichgültige entzündete. Er empfand mit erbehender Seele,!lass es einen breiten Weg gab. aul dem Wahrheit. Becht und Gerechtigkeit schreiten .konnten gegen Lüge. Unrecht und Unterdrückung•־. Er bleibt bei der Zeitung. Gewaltig hat sich ihm das Weltbiltl geformt, seit die enge Tür des Zuchthauses sich hinter ihm gcschhpsen. Ans »lern Bäderwerk der Maschine, ans dem Stinlium »ler Geschichte, und nun aus dem Mechanismus der grossen Zeitung, die ihn mitten hineinfnhrt in das Gewaltigste aller Getriebe, das Getriebe »ler Well, vidlcudet sich ihm langsam die grosse Erkenntnis: im Herzen!ler Welt steht »li<* Kraft Gottes. ״Gott bat den Mechanismus t der Welt, »usgestattet mit Kraft, hiugestellt für ^jtllc Zeit. Er brauchte nicht, sichtbar und leibhaftig, auf den