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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 11 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
11 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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362 I*Le Urkraft, welrhe allen belebt und all•‘* gesetzinässig leitet. muss also bewusst *•■in und int iS»• 11 öן»ter de* Alls Diese Urkraft muss aber auch ״frei' sein, denn : Auch au!- den sogenannten Naturgesetzen, über deren Niehtewigkeit ich achun trüher geschrieben habe. geht, wie mir scheint, die Existent einer bewussten, allmächtigen. schöpferischen Urkraft hrrvor.״ Die־ Detinitiou eine* sogenannten Naturgesetzes ist: Etwas geschieht unter gewissen Umständen, soweit unsere Erfahrung reicht, immer in der gleichen Weise, das heisst gezetzmässig. Nun gibt es für dies gesetzmässige (Jesehehen zwei Möglichkeiten : Entweder ist das Ge• *•■liehen zufällig regelmässig, dann scheidet dasselbe aus dem Be griff ,Naturgesetz“ aus; oder aber das Geschehen erfolgt notwendig, unter einem Zwange stehend. Nun kann meines Erachtens keine menschliche Intelligenz ein gesetzmässigea. unter Zwang stehendes Geschehen ohne eine Ursache für den Zwang sich ausdenken, wohl aber eine Ursache, die vermöge ihrer unendlichen Macht und Vollkommenheit den Zwang ausübt uud logischerweise diesen Zwang frei ausiil ’. da diese Urkraft anderenfalls wieder auf die Stufe eines unter Zwang stehenden Naturgesetzes herabsinken würde. Wie wir uns auch wenden und drehen mögen, so scheint mir, dass wir durch logischen Zwang immer zur Annähme einer freien, von nichts abhängigen Urkraft kommen. Wir hätten hiermit die letzte Ursache alles Seins, den Schöpfer des Alls, gefunden. Manche werden sagen, man könne aber wieder fragen : Und woher kommt diese Urkraft? Aber nachdem man die letzte Ursache alles Existierenden gefunden bat, ist diese Frage unberechtigt und beruht auf einem falschen Gedankengang. Prof. l)r. Max Verworn, Göttingen, schreibt hierüber in seinem grandlegenden Werke: ,Allgemeine Physiologie“. Jena 1911, Kapitel 1. Seite 3־> : .. .. Gesetzt nämlich den Fall, es wäre nn* gelungen, die ganze Fülle der Erscheinungen zurürkzuführen auf das eine Wirkliche, das in •len verschiedenen philosopiscben Systemen unter den verschiedenen Namen erscheint als Gott, als Ding an sieh, als Unbewusstes usw., so entsteht die Frage, ob daun unser Kausali tütstrieb befriedigt wäre, ob er uns nicht vielmehr noch weiter zu der Frage veranlasst•■: was ist schliesslich dasjenige, was ist, was existiert, was wirkcich ist, das Unbewusste, das Ding an sieh,

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