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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 11 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
11 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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355 Schoos*. dann wird es ohne uns und über uns hinweg geschehen. Da aind viele Berufene, deu Auserlesenen aber raten wir erat lernet den Osten kennen. Soweit politische Verhältnisse in Frage kommen, ist weder jetzt die geeignete Zeit tiir eine Diakussion, noch aind diese Hefte das geeignete Organ. Allein einen Wegweiser zum Verständnis des Innenlebens mag man füglich auch jetzt schon aufstellen. Seien wir offen: ein gut Teil der deutschen Judenbeit sieht in den Ostjuden schlechthin das Objekt, an dem sie ihr!‘ knlturbringend(‘ Tätigkeit bewähren können. Hier ist die erste Fehler- 1|uellc. Die zweite lieasc sieh etwa so darstellen, dass seit mehr als ]00 Jahren ein inucrer Zusammenhang nur in sehr wenigen Subjekten sieh verkörperte, dass vielmehr gegenseitig eine Kritik Platz greilt, welehe nicht gerade immer an einem Oberfiusa an Verständnis getragen war. Da ist zunächst das für die meisten Westeuropäer zunächst so dunkle, unheimliche (Jebiet de« Chassidismus, das man teils mit romantischeu Schimmer entstellend umkleidete, teils mit dem Stigma desZaddikismus und Wunderrahhi '1 hehaltete. Nainentlichmit dem letzteren Worte werden gespensterhafte Wirkungen im Westen erzeugt. Nun leugnen wir natürlich nicht, dass auch der Chassidismus, wie jede von Menschen getragene Institntion.Fehler anfweist nnd manchem Missbrauch zum Opfer gefalten ist. Allein jeder unbefangene Orthodoxe möge, bevor er zu der Ausübung von דיני נפשית schreitet, genau erwägen, ob denn wirklieh die beiden Grundlehren des Chassidismus dem (!eiste des .111 dentums widersprechen oder kulturwidrig sind. Wir bezeichnen da die beiden Grundlehren: )) den Glaubeu an tiie Immanenz Gottes. Dem Chassidismus ist es nämlich mit dem (Hauben an die Allgegenwart deN Schöpfers merkwürdig ernst, ebenso mit der volikout menen Durchdringung des Begritles Vorsehung, welche sieb auf das Einzelnste erstreckt. Sie haben da im Osten eine Theorie von den Zusammenhängen alles Geschehens aufgestellt, welche einer ganz besonderen Auseinandersetzung würdig wäre, welehe 1 Denjenigen westeuropäischen Herren, welche mit so souveränem Achselzucken über das ״yuittelwesen" »!!urteilen, obwohl sie unsere west, europäischen Kasualien selbstverständlich finden, legen wir die!litte vor, une folgende Hihelstollen zureichend zu erklären: Saum«! I.!!, 7 — t», König•׳ I 14. •'I, Könige II. 5, -42.

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