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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 11 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
11 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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354 Problem des Ostjudentums betrachten; wir schreiben diese Dar Stellung keinem zu Leide und keinem /.u Liebe, allein ex will uns bedünken, als ob nicht allenthalben die Empfindung wach wäre wie es «ich hier tatsächlich um דיני נפשית handelt. Schon rein menschlich gesprochen ist es ein sehr heikles Ding, wenn man an hungernde Menschen die Forderung einer Aenderung des Seelen Ichena heran bringt; fügt mau nun gar in diese Kette rein menscb lieber Empfindungen das Glied religiöser Erwägung, so wird die Sache verzweifelt ernst. Es ist lediglich das Produkt des Versuches, in uns selbst zur Klarheit zu kommen, welches wir in der folgenden Darbietung der öffentlichen Diskussion unterbreiten, (!reifen wir das Resultat heraus und setzen es an die Spitze,, so müssen wir uns gestehen, es wäre uns sehr begreiflich, wenn ernste Mensehen vor der (Irösse der Aufgabe zurücksehr ckten und von der ganzen Tragik ergriffen würden, welche im Vollzug von דיני נפשות steckt. Sich mit noch'' so gut gemeinten Vorschlägen den Brüdern im Osten aufdrängen, nimmermehr. :hrc politisch beengte Situation zum Aufzwängen unserer Anselm :.:1g ansnutzen oder gar sie als Truppen irgendwelcher religiösen Politik ausnützen, das wäre etwas sehr leichtherzig: kommen und raten, wenn sie uux ruten, dawärt* die einzige Möglichkeit, aber auch nur in all der Vorsicht zu ergreifen, welche דיני נפשית beanspruchen. Da erhebt sich mit 1111 heimlicher Wucht die erste Grundfrage, ob wir denn überhaupt das Seelenleben des Ostjudentums, als Seelenleben seiner Väter und Mütter, seiner Söhne und Töchter begreilen. Gewiss, in der Vorkriegszeit da ging durch Deutsch lamis Gaue der selig•‘, einschläfernde Glauben, dort, jenseits der Leitha, jenseits der Weichsel, dort ist das Reservoir des Thora wissen» und Thoralebens. Es war so etwas wie ein Märchenland, und heute, da werden Befürchtungen laut, als ob auch diese Mär chen den gewöhnlichen Beginn tragen würden: ״Es war einmal.1■ Heute spricht^ man schon von Entwicklungen, die man nicht auf halten kann, heute schweigt alles von dem Einfluss, den man sieh von dem Siegeszug der Ostthora auf den Westen träumte, und mau beginnt schon 7.11 analysieren, wie wir unsere Lösung de- Thora-Kultur Problems in möglichst kräftiger Dosierung dem Osten bringen kann. %Hier ist die Grenze klar gezeichnet, an welcher .“דיני נפשי beginnen. Man sagt eben, legen wir die Hände in dci.

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