Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 10 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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360 sehen und jüdischen (leistes, nur in der priistahilierten Harmonie lifider Eigenarten linden, deren erstmalige Aktualisierung elieu Mendelssohn uubewusst vollzieht. Alter mehr noch! Deutschtum und Judentum in ihrer {'egen- »eiligen Beziehung halten, nicht lange nach Mendelssohn. eine Persönlichkcit heranreifen lassen. der nun in der Tat. vermöge der vorbildlichen Art. wie sie nicht nur in der Praxis der Lebensfiibrung. sondern gerade durch theoretische Erfassung und Hegrundung, in literarischen Denkmälern von Ewigkeitswert, die synthetische Kiuheit vollzieht, überragende Bedeutung für das Judentum des ganzen Erdenrundes zukouimt: Rabbiner S. K. Hirsch. Was ('olien zu rurecht der Reform und (feiger vindiziert, das kommt allerdings mit Fug dieser Persönlichkeit zu. Nur deutschem Boden konnte, sie cnthliihen. Nur hier fand sie eine Kultur vor, der gegenühcr das von ihr als alleiniger und souveräner Richter anerkannte Judentum nicht das Votum völliger Verwertung oder umfassender Ablehnung auszus|1recheu brauchte, sondern deren kernhaften Wert es trendig anerkennen, deren dem Judentum verwandte Elemente mit unsäglichem Nutzen zur vertieften Erfassung des Judentums selber es heranziehen konnte. Denn nur Deutschland hat seinen Kant und nur Deutschland hat seinen Schiller. Und wenn Cohen die artige Vermutung wagt, es hätten Israels Psalmen in ihrer lutherischen l’ebersetzung die Brücke zwischen deutschem und jüdischem (ierniit geschlagen, so möchte ich wiederum die Behauptung aufstcllen, dass andererseits Deutschlands Schiller die Verbindung zwischen Deutschtum uud Judentum wieder hergestellt habe. Judentum und Deutschtum haben jenen grossen Zug zum Universalismus. der letzten Endes in der jüdischen Lehre vom Endziel der (jeschichte, in der deutschen Idee der Menschheit seine (irundlagen findet. Was immer Menschen Wahres. Schönes und (!utes ersinnen, so wirkt in ihnen der (lott Israels, der von seiner Weisheit ihnen hat Anteil werden lassen. Und was immer Menstlicn Wahres. Schönes und (!Utes ersinnen, das hat noch stets tler deutsche (■eist, ohne sich an nationale Schranken zu binden, in sich mitgenommen, sich zu eigen gemacht. Wenn andere Völker in mehr oder minder weitgehender Ahsonderung ihrer Eigenart leben, scheint dem Judentum und dem