Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 10 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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..verdanken‘‘ wir die Keform. sondern der jüdischen Seh würbe, der jüdischen Pietätlosigkeit. der jüdischen Haltlosigkeit, dem jüdischen Materialismus, während das DentBchtum auf die Anbiederungsversuche der Keform reagiert hat durch den — Antisemitismuä. l'nd dennoch hat Cohen recht, wenu er den innigen Zitsammenhang zwischen Judentum und Deutschtum betont. Kein symp-!״malisch tritt dieser Zusammenhang schon in der Vorherrschaft zu tage, die der deutschen •Spruche im Judentum zu Teil geworden ist. Die deutsche Sprache ist 8״ recht eigentlich erst tnals durcl! die Juden zu einer Weltsprache geworden. Sie ist für uns beinah mit einem religiösen Schimmer umkleidet. Sie ist die Spruche, in der wir seit Jahrhunderten ..lernen“. Welch unendliche Anpassungsfähigkeit hat sie doch gerade hei diesem talmudischeu (•ehraucb bewährt! Kaut unmöglich will es vielen scheinen, den Tnlmud etwa in französischer oder in englisrher Sprache zu traktieren. So etwas kann aber niemals bloss zufällig sein, sondern lässt einen sicheren Schluss auf tiefore Be- Ziehungen zu. Daun die Persönlichkeit Mendelssohns. Kein anderes von Juden bewohntes!.and hat gleich Deutschland eine solche Krscheinnng gezeitigt. So verfehlt, ja . verhängnisvoll die Mendels- Kölnische Theorie betreffend das Verhältnis zwischen Deutschtum und Judentum auch ist, so unausgeglichen in dieser Theorie auch ן beide Kutturkomplexe, ohne jedwede innere Beziehung, nebenei-!!ander lagern, so harmonisch ist der Kindrui k der lebendigen Persönlichkeit dieses Mannes, so vollkommen einheitlich sind seine l.ebensäusserungen, so unzerlegbar, so elementar mutet die Praxis dieses deutschen Juden, dieses jüdischen Deutschen au. Wenn nach Jahrhunderte langer Ahschliessung — und gerade in den letzten Zeiten vor Mendelssohn hatte das deutsche t'diettn seinen sozialen Höheounkt erreicht! — mit einem Male eine Persönlichkeit wie Mendelssohn ersteht, der — daran kann kein Zweifel sein! — sich selber voll und ganz 1m historischen, im gesetzestreneu Judentum wurzeln fühlt und gleichzeitig, wie nur wenige neben ihm,!las Wesen deutscher Kultur begreift und sieh zu den geistigen Führern seiner Kpoche aufschwingt. so kann dies■׳ unerhörte Tatsache ihn* Erklärung nur in der Verwandtschaft deut-