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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 10 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
10 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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344 nun eigener .Sachkunde über!Ins Judentum aus, als dessen Hekcmier er sich selber begreift. _ Keine Kechtlcrtignng des Judentums ist es. was ('oben nnteruinmit, so wenig er daran d-*nkt. etwa das Deutschtum gegen die unglaublichen Schmähungen des Auslandes in Schutz zu nehmen. Als Träger |iidisch-deutsc!!er Kultur steigt er in die geheimsten Tiefen des deutschen und des jüdischen ,,Volksgeistcs“ und weist in Kcligion, Kunst und Philosophie. Gebieten. in denen die nati- <>nale Kigenart a׳n deutlichsten zum Ausdruck kommt. ungesuehte und ungekünstelte Analogien in weiten! Umfang nach. Als das Wesen deutscher Philosophie, deutscher Kunst und deutscher He- Marion erscheint ihm der Idealismus, und eben diesen Idealismus findet er iti den theoretischen Grundlagen des Judentums als |{eligionslehre, in der Poesie der Psalmen wie im jüdischen ,Gesang wieder. Die l’saliuen insbesondere bilden ihm die eigentliche Krücke, die das jüdische Gemüt mit dem deutschen Gemüt verbindet. Ks ist eine anziehende und originelle Behauptung. wenn rohen die Tiefe, die Keinlieit und Keuschheit der klassischen deutschen Lyrik, mit Luthers Uebersetzung der l’salmen in 7.11• sammenhang setzt, Überaus schön sind die Anmerkungen, die er an den s\ nagogalen Gesang Hnkiidptt : Kein Zweitel: dieser Philosoph. _aut der Höhe deutscher Kultur, nennt echtes, ,jüdisches Gefühl sein eigen. — Kin bemerkenswerter Unterschied waltet zwischen Mendelssohn und ('oben ob. Mendelssohn w’eiss mit der jüdischen Le 11 re als ofl'cnhnrimgsinhult nichts anznfungen. Dem Aufklärer ist jede Sittcnlehre V er ם u n 11 gebot und keiner OtVeubaruug bedürftig noch fähig. So verlegt er das Wesen des Judentums in.» Gesetz, das ihm. als von der jüdischen Nation sanktionierte praktische Lehensnorm, unabänderlich erscheint Ganz im Gegensatz zu Mendelssohn legt Cohen den Schwerpunkt auf die Lehre des Judentums: Gott. Seele, Versöhnung und Messianismus sind ihm die Grundpfeiler seiner Kclighm. und in diesen vier Momenten tindet •r völlige riiereinstimmung mit den Stützen der Kthik Kants und—Cohen' Das Gesetz erscheint ihm doch wohl mehr zeitgeborenes Beiwerk, wenn er auch weit genug davon entfernt ist. den sittlichen Grundzug dieses Gesetzes und seine pädagogische Bedeutung gering zu veranschlagen. *Ohne Zweitel stellt Cohen damit viel weiter vom

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