Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 10 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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343 Wechselwirkung sei. das" nicht um Menschenhand gi■knüpft ist, sondern aus Fäden bestellt, wie sic nur die Geschichte selber zu spinnen weiss. Diese■ Fäden sind es.iiun.’denen Cohen naehtreht. \i! hl mit < •« * der Kälte des unbeteiligten Forschers. Sein eigenstes Wesen enthüllt er vor'uns. F.r sellier. deutsrher^PInlnsnph' und• pliilosophi seher Jude, gieht uns Keelienschaft von der Art, wie er Judentum und Deutschtum hei sieh /.u neuartiger Hin heit verwohen weiss. Wie einst Mendelssohn der rücksichtslos forschenden Mitwelt kund tat. wieso und warum sein Judentum vor seiner ״Aufklärung“ bestehen könne, so stellt sieh Cohen—!rtrs freien Stücken vor die weit schwierigere Frage, in welcher Beziehung der gesa11|te Killturknmplex des Judentums /um Kulturkomplex des Iteutsehtuins sich betinde. Fud während Mendelssohn nur widerwillig. der Not nur gehorchend. an seine Aufgabe gebt, und. Wo er nur kann, mit kluger Vorsicht und weiser Znrnrkhaltnng Probleme nnisc hilft, statt hei ihnen vor Anker 7.1t jrt*Im. da erfüllt unseren Philosophen höchste Bekennerfreudigkeit. da weiss er sieh einzig von dem Streben geleitet. seine persönlichstes Deutschtum und sein persönliohstes Judentum, wie er e* ׳reicht hat und lebt, mit voller Auf riehtigkeit!»reis zu frühen. ____ -Jhtrttm gerade kömmt dieser Schrift eine hohe kultiirlnsto. rische Bedeutung zu. Wie immer man über Cohen als Philosophen uud als Juden ‘denken map : die Kompetenz wird ihm niemand streitig machen können, über den Kulturwert des Judentums sowohl wie des Deutschtums Beachtliches zu sagen, weil hei ihm, im (iepensatz. zu zahlloscu Fnherutenen. •lie wichtigste Voraussetznng allerdings zutritTt: Kr weiss wovon er spric ht Nauieiitlieh was das Judentum anlungt. so gehört Cohen noch der .,guten alten /eit“ an. in der man sich für verpflichtet hielt, zu lernen. Cohen hat. das merkt man seinen Schriften über ׳las Judentum sofort an. ..einmal lernen können' Oh er es heute noch kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Dies zu beurteilen, bieten seine• Darlegungen zu wenig Handhaben Immerhin ragt er turmhoch über den Durchschnitt der heutigen Kichtlinienrabhincr hervor, die* Israels (Jesetz kaum mehr aus Primärcjuelle kennen. So stellt sich uns in Cohen ׳■ine F.rsc heinunp dar. wie sie seit Meudel.ssohn uicht mehr gewesen : Hin Philosoph von europäischem Uul spricht *ich