Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 10 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
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342 NV;•lirhuft!vrk*־it zu schätzen. di!• ihn ausschliesslich li־il<•!. so oft er «ilVcntlich uhcr >111• Beziehungen von ■linlcntnin mitl ('lirist)-ntuin spricht, fn-ut *ich des hohen Stolz•׳*. den er l»׳\viihrt Ahkömmlini; eines Volk••* zu sein, dem die Menschheit rnerniessliclies zu dünken )1:11. mul wird nicht ohne ‘ ׳ liührung sein emsiges Bemühen iוn>■rkיוnnו■n. 11ns nicht geringe licwiciit »•iner wissenschaftlichen Ant<•ril:it zu (iunstcu *eines ewig M׳rkauntf u Volkes in nie Wagschule zu werfen. Was hat wohl (’ollen wranla**t. gerade jetzt die Beziehungen von l)cutschtmn uml .ludcntum iilVcnllich zu erörtern V Die Antwort ist leicht zu;;ehen. ln den Schieksalsslunden des deutschen Volkes, da alle״ aufs Spiel gesetzt schien, du unerhörte Opicr zum Kinsatz gefordert wurdi-n. hat cs wohl kaum einen denkenden .luden in Deutschland gegeben, der sich nicht veranlasst ■;eschen hätte, seiner I)oppclsttdlutnr als Jude und Deutscher nachznsinncn. sich endlich eininal mler wieder (-intnal klar zu machen, was ihm sein .Indentuni. was ihm sein Deutschtum, wa» ihm die Kinhcit heider hedeutc. öl! cs ilie dürftigen Früchte vom Baume saft- und markloser Staatsangehörigkeit seien, die er pflichtschuldigst auf!lern Altäre uiedcrlege. oiler oh es sein hostes, sein persönlichstes sei. du* er fr>-udijr oplere. weil er im A!!;;«■וו!•lick höchster (Sidähr sein verankert tiilile. dessen Fridlieit. dessen liecht, dess!*n Kunst, dessen Wiseenschatt, dessen ganzes Sein urplötzlich von tausendfälligen Feimlete bedroht war. Wohlgemerkt : Nie war uns deut sch •n .Imlen zweilelhatt, dass wir, müsste es sein, unserer IMlicht voll und ganz genügen würden. Allein nur zu oft war uns vom gebildeten mul vom ungebildeten l'öhel unsere , Fremdheit'׳ vor}:e- Worten worden. Nichts wird mau leichter, als wotiir man gehalten wird. Darum wird uns allen der Moment ewig uu\ergesslich bleiben, da cs wenn auch nur lur Blitzes Weile. — schien, als konnten Väterchens Kosaken deutsches Wesen, deutsche Kultur zerstampfen, dieser Moment, der uns, alle schwächliche (;•׳danken blä*s»• scheuchend, das Blut des Zorns ins (■••sieht trich. das Herz uns erlieheu machte und plötzlich uns fühlen liess. dass das Baud. 1’as uns mit dem dt utsehen Volke verkniiptt . nicht das lose licchtshand gemeinsamer .'Staatsangehörigkeit. sondern das unzer reisshart• Baud tausendjähriger (•eschichte. tausendjähriger Kultur 3185