Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 8/9 (1915) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
8/9 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4900572-5964855-5964901--0716-4901260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

261 1iln r die ganze Erile fuhren soll, dass miaUhiiii^'i^r von Klima oder Ertragstülle einzelner Landstriche die Menselie» überall ihreu Wohn- -11/ sichern und linden!»ollen; gerade dagegen wollte das (le- «rldt-elit des Itahyloniselien Turailiaues protestieren. Ks wäreu Hamiten mit allein Hesitz einer hochentwickelten technischen Kultttr. mit vorwiegender Hetonuug der materiellen luteressen; den- 11:111! glaubten sie aueli. dass ihre nationale Zukuuft an einen Hoden _־eknii|>ft sei. der ihnen die Hefriedigung dieser Interessen am 'iehersten gewährleistete; sie suehten und fanden denn Sinn der Weltgeschichte nur in Sinear. auf dem leichcugedüngteu (jrab ver- ־״augener Welten. Allein *ler Wille des Allmächtigen war anders; 111 seinem Segen: Erfüllet die Erde war ein Ziel der Mensehheits־ beschichte gegeben, welches uunbhiingig von ökonomischen Vor- Bedingungen erreicht werden kann, (Sewiss kennt auch die jüdi- 'die WeltantVassung nationale Eigentümlichkeiten; sie erschöpfen 'ich. wenn wir unsere Weisen recht verstehen, darin, dass jed- \eder Mensch, jedwedes Vtdk vielmehr diejenigen Bedingungen 'chatVt. unter denen es hei Anpassung an seine Heimat jenem gottbewalden Ideale nahekommt. Die Gegensätze der Völker, »lic Wiege ihrer blutigeu Kriege, heruheu letzten Endes daraut, dass eigentlich ein Aueiuamlervorheireden bestellt Es sind allezeit >|!11rei1 humitischen Denkens, welche den Angreifer zu den Waffen rufen. Noch nie hat jemand geleugnet, dass auf (irund des gelieimnisvollen Wechsels zwischen Werden und Vergehen, des Aus- Jeiclis. /wischen (iehurts- und SterheziIlern die Erde noch lange nicht von den Menschen erfüllt ist und dass von l’ehcrvülkerung nur gesprochen werden kann im llinhlick auf eng umgrenzte (ie- _ cte. Würde die Menschheit sieh gegenseitig bewusst ansgleichcn, in dem Segen: Erfüllet die Erde gerecht zu werden, so wäre dies llerdings eine in unseren Augen wundersame Kolouialpolitik, aber in Segen wäre es. Vielleicht beschäftigt sich der eine oder anre .lüde am Itoscli Haschonoh auch mit dieser ״l'topic“. Da ml er erkennen, dass bisher last stets der Menschen Weg über die mle von unnötigen <iegensät/.en bestimmt, von den Marken des lasses gekennzeichnet ist. Auch wir glauben au die Möglichkeit nes llinaufwachscns der Menschheit, aber nicht über sich selbst, ndern lediglich zu ihrem ihr ursprünglich gegebenen Segeus/i•■!.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.