Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 8/9 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/4900572-5964855-5964901--0714-4901258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
0 259 schlechtes beschlossen. Es ist!•in Unding vom sittlichen Au(- *ehwting, vom innerem tiliiok der Staaten 7.11 sprechen, wenn das Dehnt: Mehret Euch, sein א religiös sitthcheu Charakter* entkleidet ist. Ka verdient hier wiederum eine alte Sitte Erwähnung, welrhe ni«11108 111־a kurzsichtiges Reformieren ausznrotten versuehte. das ist die sogenanute Mahn.1» Auf talmudisohe Quelle zurückgehend (Berarbnth :־)Ob vgl. ד״ד. 'א ב*מיח PTC'P dort) hatte sieh der uralte Oehraueh zur festen Form entwickelt, wie sie 1,‘,דהי achildert (Anfang von nppn»■כיי*“). Unter Fackelhegleitung und unter M1t«ikklängen wurden llräutigam und!traut in den Synagogenhof geführt, am Iriihen Morgen vor dom Morgengehet des Hoobzeitatatres. Dort bestreute sie jedermann mit Weizenkörnern, wobei man dreimal den Segen iiprach שיו ילבי. Wenu man diese Sitte mit dem Vorwurf der Indeeenz ertötet hat, 80 erscheint die* wie wenig inmutende Heuchelei, inabesondere wenn man gegenüber den .Hochzeitgzeitungen'* □nd derartigen literarischen Erzeugnissen einen merkwürdig weitherzigen Standpunkt einnimmt. Denn die jüdische Auflassung kennt — im tJegensatz zu MorgAtia*) Entwjcklungareihc kein allmähliches Aufsteigen der Familie von Verhältnissen, welche unterhalb der in «ler Tierwelt bestehenden Beziehungen 'tehen. lös zur idealen Höbe, sondern sie stellt diese ideale Höhe an den Beginn der Menschheitsgeschichte und betrachtet alle an deren Formen als Entartungen (nicht als Ativismcn), welche dan Keim des Todes in sich tragen. Für Eltern' und Kinder eine Schule der Selbstlosigkeit Sämtliche Aufgaben, welelie beute der staut der elterlichen Hewalt entwindet, also insbesondere Sorge fur Uesundheit und geistige Ausbildung, sind in» jüdischen flesetz ■len Eltern zugewiesen; das (iesaintgebiet der Vorbereitung des Menschen für seinen Weg über die Erde ist der Familie überant- "ortet Wer möchte leugnen, dass dieser ״Schule“ ein Mittel zu Dehnte steht, welches allen staatlichen Zwangsformen fehlt. Wir meinen das gewaltige Vehikel selbstloser Liebe. Seihst ein For- 1 l»ic Ktymologie des »Torts• ist 1111nk«l. Mabaril irbreiht ®« •סאן ׳■nem »ll״n Miiihaglmclt (Fürtti 5M!t I1cis»t er Maien Motiv dort: 1• drum <r Minliag, •las• der <ho»1en nit •oll der Kallob so gar fremd ״e1n'''| I»1e -׳■Um■ (»rlbogr.iphie und Motivation h:1t •ms •)fTrnliaeh■ r Minhairtaimnluag, 1׳!fhe den (ielir.iurb der Maien •|>«r.iell von Worin• berichtet. ') Vgl. Morgan, Ancieut »ociety S. Ws».