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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 8/9 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
8/9 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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258 Ham, fast in allen Religionslehrbiichcfn int zu lesen, (lass unser Neujahrsfest nicht in die Reihe der geschichtlichen Erinuerungsfeste einzulügen ist. sondern seine Bedeutung aut anderem Gebiete, dem der Sclbsteinkehr, zu suchen hat. Und doch ist gerade die Einkehr in dieses Gebiet v״n der gewaltigsten geschichtlichen Tat• sache bedingt, von dem Beginn des Weges des Menschen über die Erde. Schlichter, als es das Festgedicht in den Worten: היום הרת עילם darstellt, kann dies nicht zum Ausdruck gebracht werden. So ist denn der Sinn des denkenden .luden, dessen Geist in diesem Jahre weit über die Mauern seines (Jotteshauses hinausschweift, um die Schranken der Zeit zu überwinden, auf die ganze Menschheit gerichtet; aus ihren Anfängen sucht er das Rätsel ihrer Re- Stimmung zu lösen. Diese Anfänge aber erschöpfen sich in der Mahnung 1 שיי ירבי ידלאי אה האיץיכבשיה<Jen. 1.2S). Mehret Euch, erfüllet die Erde und erobert sie. Das ist seltsam; seihst die hibclfremden Forscher, welche eine Einheit des Menschengeschlechts nicht annehmen, greifen sofort auf das Protnoplasma der Familie zurück, sobald sie auf das Kapitel der Staatenbildung zu sprechen kommen. Nicht nur dem natürlichen Werden nach beginnt des Menschen Weg unter den Augen von Vater und Mutter; das Prinzip des jüdischen Familien• hegritfs ist Selbstlosigkeit, ein dämmender Protest gegen das Hineintragen ökonomischer Erwägungen in die Erfüllung der Aufgabe, welche mit dem Worte: .Mehret Euch“ dem Menschengeschlecht(■ gesetzt worden ist. (Hier möge eine exegetische Remeike. g Platz tinden; die ersten beiden Teile des dreiteiligen Segens linden sich auch bei der S g der Wassertiere. Auch dort heisst es: Mehret euch und erfüllet die Gewässer. Nur ist es dort (1,22) mit dem Worte 'אכ'י‘'eingeleitet. bei dem Segen an die Menschen dagegen mit ייאדי "הה• Es fehlt also hei dem Segen an die Fische die direkte Beziehung zwischen dem Redenden und dem Angeredeten; die Menschen hingegen haben deu Vorzug, dass sie sich des Segens hewusst werden*)| So erbebt sich für den Men »cbcii die Familiengründung weit über den Rahmen einer natiirliehen Funktion. Da liegt Glück und Schuld des .Menschenge- *I Mas vergleiche uhrigeoi Aksdati zu diesem Verse. , 4248

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