Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 3 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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127 sie absolut ungeeignet ist, dem Unbewanderten zu zeigen, wie er sich dem Felde des Judentums nähern und sich auf ihm heimisch machen kann. Das Judentum ist־=-oder sagen wir meinet*•׳ gen gibt sich für — eine Offenbarungsreligion und ist als solche ent• weder in ihrer Gesamtheit zu acceptieren oder zu verwerfen. Nimmt man auch nur an, daß zu dem göttlichen Gesetz fremde Bestandteile hinzugekommen sind, die kritisch ausgesondert werden können, so ist ihm die Tradition die ja nach ihm mehr oder weniger gefährdet ist '״-kein Bürge mehr für die Göttlichkeit irgend eines"Teiles unserer Lehre. Bleibt ihm als Kriterium also nur der eigene Verstand, den der Prophet Jesajah als Maßstab für das Gotteswort mit dem unvergesslichen, wenn auch, viel־- fach vergessenen Satze abwies: ״Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege spricht der Herr “ Es ist nun klar, daß derjenige^jler atl^die- Thora in ihrer Gesamtheit als inspiriertes Gotteswort herantritt, das Judentum ganz anders erfassen wird als derjenige, der sie als Menschenwerk betrachtet. Der erstere wird in ihren Worten die tiefsten Gedanken suchen und finden, in ihren Vorschriften die höchste Weisheit, der andere wird unter dem Gerümpel der Vergangenheit, aus vielen längst abgetanen Irrtümern einige, mei* nethalben sogar viel gute Ideen hervorheben. Ich muß bei diesen zwei verschiedenen Betrachtern an Heines1) Worte denken: ״Eben wie ein großer Dichter weiß die Natur auch mit den wenigsten Mitteln die größten Erfolge hervorzubringen Da sind nur eine Sonne■ Bäume, Blumen. Wasser und Liebe. Freilich fehlt letztere im Herzen des Beschauers, so mag das Ganze wohl einen schlichten Anblick gewähren, und die Sonne hat so und so viel Meilen im Durchmesser, und die Bäume sind gut zum Einheizen, und die Blumen werden nach den Staubfäden klassifiziert und das Wasser ist naß.“ Wer in dem Felde des Judentums heimisch werden will, der wird es zunächst nicht unter dem Seziermesser der Wissenschaft kennen lernen müssen, sondern zum mindeste ו aus den Werken von Männern, in deren Herz das Judentum lebt Welche besseren Werke könnte man heute einem Nichtjuden, den man nicht an die hebräischen Quellen heranführen kann, ein- * liit-HPr liii'hler »chrilil mir in tiiixrri'iri K.iltfln'i •vicIi mt-Imr/. n>■ kuiummi zu nein. י.