Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 3 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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128 pfehlcn■ als die Samson—fr—Hirsch's■ ־׳ ־Der׳' Verfasser unserer- Artikel erwähnt sie nicht. S. K. Hirsch ist nicht wissenschaftlich genug? Vielleicht• Wir müllten uns da zunächst über den Begriff .wissenschaftlich“ einigen Aber das ist vorerst ja gar nicht nötig Der Unbewanderte will und soll ja zunächst das Judentum keimen lernen, nicht das. was Wissenschaft darüber denkt. Oder ist es vielleicht wissenschaftlich, dali man tausend wissenschaftliche Bücher über ein Werk liest, bevor man mit dem Werk selbst Bekanntschaft gemacht hat. Der Verfasser hätte seinen Artikel vielleicht am besten n zwei Teile geteilt: Einen über Judentum, den anderen über Judenheit In dem ersten hätte er seinen Leser zu Werken führen müssen, aus denen er hätte ersehen können, wie sich dieses in den Köpfen und Herzen seiner strenggläubigen Bekenner spiegelt, dann zu solchen, die ihm gezeigt hätten, was bei den liberalen Juden vom Judentum übrig bleibt Er hätte vielleicht selbst mit einigen Worten auf die riesige unüberbrückbare Kluft zwischen altjüdischer und neologer Betrachtung hinweisen müssen. Freilich, wer nach dem Riehtlinienkampfe noch die Naivität hinzuschreiben wagt: .Die starken Veränderungen, welche sich im Innern der jüdischen Volksgemeinschaft im verflossenen Jahrhundert vollziehen, finden einen gewissen, wenn auch nicht sehr tief reichenden Reflex in den Gegensätzen der .orthodoxen" und .reformierten" religiösen Richtungen, welche mehr aus den äusseren Anpassungen des Lebens und dem Zerfalle alter Lebensgewohnheiten, als aus selbstständigen Impulsen entspringen", der ist keinesfalls berufen, Führer auf dem We^e zur Erkenntnis des Judentums zu werden. Müssen wir so notgedrungen diesem einzigartigen Artikel unseren Beifall versagen, so ist cs umsomehr unsere Pflicht, das Buch als Ganzes auf's Wärmste zu empfehlen. A D