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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 3 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
3 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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105 schrieben. Noch kann sie nicht geschrieben werden. Wir wissen nicht, wir können nicht winden, wo die treibenden Kräfte diene* Kriege* liefen. Niemand tragt auch jetzt danach. Da* Vaterland will und rnus* siegen Mehr darf und will der Patriot nicht wi**en. Jedoch schon da* Wenige, was uns von den Strömungen und!'riehen, die diesen furchtbarsten a'ler Kriege erzeugt hahen. hekannt ist, dien Wenige schon genügt. um uns von der L'nhultharkeit einer Betrachtungsweise zu überzeugen. die ein rein d\naniisches Auswirken vorhandener politischer Tendenzen sieht, wo die religiöse Anschauung das Walten des .alles zum Kreissen bringenden. Thoren und Verbrecher besoldenden Weltenmeisters* ahnt. \ 011 dem Augenblicke ah, wo im Juni de* vergangenen Jahres der Pistolenschuss in Serajewo das .Signal zum Beginn eines alljremeinern—Völkcrnmrdens gatr, dicht e1n<TKette von Ereignissen an, die sich, wie einer Naturnotwendigkeit gehorchend, entwickeln und einander ergänzeu. Den Serben ist der noch immer nicht radikal genug erschütterte künstliche Bau der österreichisch-ungarischen Monarchie ein Dorn im Auge. Sie bedrohen ihn nnt Verschwörung und Mord. Die gefährdete Monarchie muss aut ihre'Kzistenz hedacht sein und *teilt ihre Forderungen an Serbien, di•* dort und in Russland den Eindruck einer kriegerischen Herausforderung machen. Xu lange hat Kussland seine slavisch-orieutalischen Träume geträumt, um in solch günstigem Augenblick nicht zum Schwert zu greifen. Nun werden wie auf ein verabredetes Zeichen alle Bundniswichsel zum Einlösen präsentiert, und der Weltkrieg ist da. Wir glauben die Ereignisse zu sehen, dabei sind sie m tiefes Dunkel gehüllt. Nur was sich auf der Ohertläche kräuselt, nicht aber was aut dem (•runde schlummert zeigt sich dem forschenden Blick. Die wahre innere Verknüptung aller historischen (iescheh nisse wird uns ein ewiges Rätsel bleiben. Klar schaut hier nur liott. dessen ewige Rechte den Verhindungsfaden zwischen dem Tod eines Lämmchens und dem Sterben des Tode-engcls * Nur («ott könnte uns verraten, wohin die Wege tiihren, die seit acht Monaten die europäische Menschheit wandelt. Der l'iiüher- 'chaiibarkeit der durch den Weltkrieg inaugurierten Möglichkeiten 'iud sich heute die luauguriereuden selber bewusst. Es hat sich * Jeder anders \orgestellt, sowohl wa* den l’iiifang des Kreises aller 5

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