Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 3 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 --Ghad Gadja.-— Als Schlussglied einer Kette von alltäglichen Ereignissen figuriert im (’had lia«l|a l.icil das denkbar uiiliniialste Eridgnis. ein unerhörter Vorgang: das Alithören des Todes. l)ass Jemand ein Lämmchen kauft, dass eine Kal/•• das Lämmelien frisst, dass ein Hand die Katze lieisst, ein Stnt> den Hund schlägt. eine Flamme den Stal» verzehrt, Wasser die Flamme lischt, ein Ochs «las Wasser trinkt, ein Schächter den Ochsen schachtet, der Todesengel den Schächter holt — : das sind Vorgäng«•, die., jeder für sich hetrachtet, sich tätlich wiederholen, seitdem eine helehte und unhelehte Natur existiert, seitdem es Menschen. Tiere, l’Hanzen, Wasser und Feuer giebt . und seitdem sie alle — Schächter. Lämmchen usw. dem Zwang des Sterbens, dem Todescngid unterließen. Dass aber der allmächtige (intt aulsteht und den Todesengel ttrhüchtct, das war bisher tinch nicht. An das Endr der Zeiten verlebt |1ro|1hetische Verkümlung das Aufhören des Todes. Ilahen wir Menschen eine Ahnung, wo und wie der Allmächtige die Scherben seines Willens timtet V Wie und zu welchem Zw^eck Kr «lie Ereignisse verknüpft? Wir reden von Zufall, wo in Wahrheit ein göttliches (leset/. regiert. Auch «las Kleinste, Haualste kann ein wichtiger Komponcnt 1 iucs göttlichen (ledankens sein. Mit der lud Historikern so beliebten rein dynamischen Hetrachtiingsw eise, die alles (ieschehen als einen Erguss blinder Klomeiitarmächte begreift, rerträgt ‘ich diese Kinoi«lnüng aller, auch alltäglic•her, Ereignisse in einen jenseitigen Zusammenhang freilich nicht. Sie lässt die (ieschchni"«■, ohne sie zu werten, an sich voiüherziehen und begnügt sich, zu verstehen, was ist. und v«־rmeidet die Frage, zu welchem Zweck es sei. Sie glaubt auch nicht an eine jenseitige Vergeltung. Wenn der Hund «lie Kat/.«■ heisst, dann geschieht es im .'dune der d\nautischen Historie niidit «leshalb, weil vorher di«■ Kat/.«׳ «las Lämmelien t'rass und sie nuu gemäss־ einer geheimen Fügung »trnle erleidet, sondern weil «ler Hund, einem 11:1 וlirl 1ch«*11 Instinkt«■ lolg<M1d. «b in I »ränge seiner überlegenen Macht unterliegt und sich selbst aiifgi-bcu würde, wenn er. statt Mnchtpolilik zu treiben, in eine solche «ler schwächlichen Nachgiebigkeit verlieb׳. _ Noch ist «lie (««׳schichte des «׳ ’ Krieges uiclit gf- 83226^