Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 2 (1915) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4900572-5964855-5964892--0542-4901092
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6S denn noch jeder Kinzolne unter uns •1er ihn! unbedingt obliegentlen l’llicht, sich sellist /.11 vervollkommnen. sein Wissen mit In•• hurrlieher Kra.lt 7.11 mehren, entraten 711 kennen glauben? Ktwa mit Kucksieht .aut־ *Ii•■ ..(iosamiheit41 ,״ ie seiner mehr oder miinier unbedingt bedarf? Israels (!esamtlieit erwartet und verlangt v״n ihm in erster und meist aneli in letzter Keiln nichts anderes, als!lass er sieh selber Israels (Jeset/, in möglichst weitem Atismassc zu eigen mache. Weil es unserer Kitelkeil schmeichelte, darum ha heu wir uns viel z.11 \ iel der (iesanitheit ,.geopfert". Niemals hätte der Weltkrieg die deutsche Orthodoxie in ihrer ins Auge fallenden Betätigung so sehr zu hemmen vermocht, hätte diese Betätigung nicht Formen angenommen, di!• vom Zweck keineswegs geboten waren. In alten Zeiten hätte selbst der Weltkrieg keine Kpoclie gemacht. Man ,.lernteim Frieden und verdoppelte die Inbrunst des ..Lernens•‘ im Kriege. Wir aber haben vielfach in Friedens/eiten uns durch eine erstickende Fülle organisatorischer Viclgcsehältigkcit den Schein pulsierenden Lebens \orgetiiuscht, und stehen nun. da diese (!eschäftigkeit stocken muss, still und betroflen. — Aber hierbei darf es nicht sein Bewenden haben. Wir müssen alle in. diesem Weltkrieg, der ein Mahnzeielien <״>ttes ist ohnegleichen, auf unsere Läuterung bedacht sein. Nicht umsonst 1-rb'hT man solche Zeiten. I>.1־ s sind Zeiten ־des ..Lernens״. Die Welt ist aus den Fugen. Die Kulturgemeinsehatt aufgelöst Ib-nken wir wenigstens uns selber wieder ein: Aut den testen ־Buden des ewigen (iesetzes müssen wir uns tliichten. Von dorther winkt uns Trost und Seelenfriede. Viel zuviel hatten wir bislang über!las Judentum gesprochen, statt das Judentum zu uns reden zu lassen. Nicht Volksversammlungen und nicht Vereinsreden und nicht die künstliche Häufung von Organisationen, sondern ein/1g und allein die stilb• Arbeit des ..Lernens״ kann die deutsche Orthodoxie vor• vviirts bringen. |>as ist die turchthar eindringliche Sprache des Weltkrieges au die deutsche Orthodoxie. Wir wollen hiugehen und danach handeln. Wir wollen der schlichten und einfachen Weise unserer Väter uns wieder nähern, denen der >chein nichts und das Wesen alles bedeutete. I •eilen rührig*!!* Üeschnfligkeit und höchster ('■lanz der Aufmachung nichts galt, wenn dabei nicht nachweisbar der Verbreitung der <iesut/eskmnle uumittclburcr <!evvinn erwuchs. Dem Schein vor allem wollen vv irentsagen, wie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.