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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 1 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
1 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Spruch darauf, stets die erste Rolle zu spielen. Fnd wenn wieder ciumal in "Fnpdcns/.fitfn von der Poesie des Freitagabend-Tisches geschwärmt wird, ko möge man ja nicht vergessen, dem über die Hrotc gebreiteten Linnen die rechte Bedeutung znzuerkemien. Die Erinnerung an dan Kricgsbrot mag hierzu die Wege weisen. Denn gerade jetzt, da wir aucli das Sahhathrot in einfacherer Form genieasen, spricht die Majestät des Brote« doppelt laut; da ist es vielleicht auch an der ״/׳eit, den Satz unserer Weisen (('hullin 115bj_. — Schulchan Aruch I, 184. 4) in Erinnerung zu bringen, dass leichtsinniges Verfahren mit Brotresten Armut im Gefolge habe. Man mag diese Anschauung rein rationalistisch erklären oder geheimnisvnlle Gesetze darin erblicken, jetzt jedenfalls spricht der Wert jeder Krume eine deutliche Sprache. Man kann es kaum ermessen, welchen Eindruck e* auf dä& Gemüt eines Kindes machen muss, wenn man ihm an einem sri sinnenfälligen Beispiel klar machen kann, dass jedes Opfer der Vaterlandstreue, jede Entbehrung auf Grund von Vaterlandsliebe mit der Gloriole der Erfüllung einer religiösen Pflicht umwunden ist. Dann wird es auch wieder möglish sein, die Rüstung zur Begegnung der Majestät des Brotes, die Pflicht der CT :צ"‘!־:, welche Vorbereitungen erheischt wie eine (tpferhandlun7״--ifl—altem Glanz—wieder her/UHtollen. t*11d ämT dem ׳Kriegsbrot wird ein Brot des Friedens werden: das in stolzer Majestät die Herzen der Menschen zum Dank geleiten wird. Die Opfer des Krieges. Von Dr. Isaac Breuer. Gestehn wir cs uns nur ein: Keiner von uns hat sich den Krieg so grausig ausgemalt, wie ihn die harte Wirklichkeit uns nun tagtäglich vor Augen führt Gestehen wir es, ohne uns deshalb den Willen zur Selbstbehauptung, der uns gegenwärtig so not tut wie nur je, irgendwie schwächen zu lassen. Aber täuschen wir uns auch darüber nicht hinweg' Die Grolle der Opfer zu verkennen, die uns dieser Krieg schon gekostet hat und noch kosten muH hielte ungerecht sein gegen die zahllosen Toten in Tcalter Erde, gegen die zahllosen Lebenden, die ihr verlorenes Glück, ihre verlorene Liebe betrauern. —

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