Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 1 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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lft Es sind nicht just die Schlechtesten, die ihr Leben haben lassen müssen. Gott hat dem Verderben Raum gegeben: Kugel und Granate trennt die reinsten Seelen jäh von ihrer Hülle. 4־•ott hat im Zorn sich mit Wolken umdüstert: seine Herrlichkeit ist uns ferner denn je• — Und dennoch ist es heiligste!'flieht der Stunde die ganze Kraft religiöser Überzeugung zusammenraifen und «llsozu sprechen: Gottes ist auch dieser Krieg, Gottes jede Kugel, die tötet, jede Kugel, die verschont. Gottes ist das Ziel des Krieges. Gottes das Mall von Entsagung, das da Jedwedem gemessen wird. Gott allein ist Schicksal, und wenn auch sein Antlitz verhüllt ist, — : seine Hand ist un^ näher als je- — Aber sie tut weh, diese Hand Sie sendet neuen Tod, den wir noch nie gekannt. Nicht an die <!reise, die Brüchigen, die Verbrauchten oder Unzulänglichen, die längst seine Marke tragen, an die Frischesten vielmehr, an die Starken tritt er mit schnellem Sprung und.schneidet mit jedem Leben eine Fülle von Hoffnungen entzwei. — Gottes ist auch dieser Tod. Es ist der Tod für die Ge- -samlheit Her *eine Rrrhtfrrtignng in sirh trägt, so lang«» rtipcp ’ Gesamtheit selber gerechtfertigt ist. Gottes sind die Seelen Für die Gesamtheit sind sie den Körpern entflohn. ohne all die Möglichkeiten, die ihnen gerade in dieser Verbindung gegeben waren, zur Entfaltung bringen zu können. Ihrer individuellen Entwicklung ist der Anspruch der Gesamtheit entgegengetreten Die Gesamtheit geht voran. Gottes Geheimnis ist es. den teuren Seelen auf neuem Schauplatz neue Zwecke zu setzen. — Uns aber darf es nicht verwehrt sein, wehmutsvoll nachzusinnen, was alles sie uns hätten sein können, hätte die Gesamtheit nicht ihr Opfer geheischt Darin liegt kein Vergehen gegen die Gesamtheit Nur umso teurer wird uns die Gesamtheit, je teurer die Opfer sind, die wir ihr gebracht ) Hüten wir uns davor, in uns den Gedanken aufkommen zu lassen, als seien sie. die so jung. so halbfertig, so unausgewachsen von uns gingen, als seien sie in ihrem individuellen Sein gewis sermallen wie tortgewischt, wie ausgelöscht, gleich einer Episode verschwunden Wir selber wollen ihnen Statte sein. Nie soll aus unseren Her/en die Erinnerung schwinden an so Vieles, was sie uns waren, nie die Wehmut uns verlassen ob all dessen,