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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 1 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
1 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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12 Brote umzugehen 11ml in jedem Brosamen. wir es jüngst Prof. II;1r111M so vortrefflich :m*t!111rt**, rin Heiligtum /ti erblicken. Ins Juden ist diese vaterländische!,flieht doppelt heilig, begegnet sie sich doch sn innig mit dem religiösen Ptlichtgebiet Ich kannte ehrwürdige (!reise, (lenen das Sich-Büekcn in'hdge körperlicher (!rhrerlirn sehr schwer tiel;!11!er so oft sic aul der Strasse von sehlerlit erzogenen und sehlecht betreuten Kindern hingeworfene Br״trcste erblickten, huckten sie sieh zur F.rdc und hohen die Brotreste jmrgsam auf. _his zur letzten Krume, um sie auf einen erhöhten Platz zu legen, auf dem die ..(!ahe (!otfes“ vor weiterer verächtlicher Behandlung gesichert war. Ein schmerzlicher Zug des Inw illens zog dabei über ihr sonst so ruhiges Antlitz. Eine ganz schlichte, last commentarlose Aufzählung der einschlägigen Stellen in der religinnsgcsetzliohen l.itteratur mag den Brund zeigen, aus dem heraus sieh diese .luden vor der Majestät des Brotes bückten. Wir lesen im Talmud Berachoth f>Ub tvgl. auch Dereeh orez sntta Cap. IX1 Vier Dinge sind vom Brot gesagt: Man darf nicht rohes Fleisch auf das Brot legen (weil es dadurch entstellt, zum. Benuss minderwertig gemacht w! rden könnte . man darf über Brot hinweg nicht einen vollen Becher reichen (aus demselben (;runde) man darf es nicht werfen!auch nicht einmal einem andern hei Tisch zuwerten) und darf es nicht zur Unterlage unter einem Tcftcr legen. In der zweiteitiertrn Stelle kommt noch als fünftes Verbot hinzu: mau darf sich darauf nichl setzen. Diese Vorschriften haben als bindende Xorraen Kingang in die Literatur der Decisoren gefunden; man vergleiche Uif und Aselieri zur citierten Stelle, lerner insbesondere Schulchan Anteil 171.1. I.s sei hier nur bemerkt, dass man dieses Verbot Übertritt, wenn man. wie dies öfters geschiebt, Tapeten mit alt! in Brot abreibt: Kruyien. die aal dem Tischtuch liegen, müssen so entfernt werden, »lass sie nicht voriichtlich behandelt werden; Brosamen, die unter den Tisch gefallen sind, müssen sorgfältig entfernt werden, damit man nicht darauf trete u. dgl. m. Vielleicht das klarste Beispiel liir die tiefe F.ltrfurcht ■Aror1’ dem Brote ist die Voischritt. dass das Ausstippen der Tunke vermittels Brotes nur dann gestattet i-t. wenn bei dem jodes[- maligen Znm-Munde Führen auch etwas \.•n dem Brote selbst mitgegessen wird f- Eine tiefgründige l'eberliefetnng meldet, dass in E\ils/eit, in der es einen Altar nicht gibt als Stätte der ••)der der Sühne, der!ו

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