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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 12 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
12 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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440 sehen wir ah mit Rücksicht aui den Burgfrieden, der während der Krieges auch in unseren Reihen herrscht. Müssten wir ja dabei auch Jas Agudah-I חי blem streifen und die Krage aufwerfen.. welche Knplmdnngeii Gestalten wie Bergsen und Hilda, sowie die trinklest׳ und radaulrolie Orthodoxie eines Maslow in den Kreisen des östlichen Chassidismus wohl auslösen mögen Wir beschranken uns darum aut ein paar streng sachliche Bemerkungen Di» sei Maslow mag aui deutschem Boden ein ganz brauchbarer Mensch geworden sein. Es ist nur schade, dass er vom jüdischen Geiste seiner Heimat sich innerlich losgelöst hat. Er hat das Bewus■ tscin. in Deutschland ein neues Judentum kennen gelernt zu haben, und er kommt sich auf einer höheren Warte stehend v.»r, wenn er aut den engen Geist seiner Heimat zurückschaut. Dieses Klitel ew usstsein ist sehr bedenklich, denn es inv .lviert das iakenntniss zu dem von der Neologie stets behaupteten Bankrott der historischen Orthodoxie. Dieser Bergsen mag zweifellos ein .phänomenales Wunder" sein. Jeuoch im russischen Heimatsdorle Maslows wäre er eine unmögliche Kigur. Da wurde ihm erst klar werden, daß jene Vermahlung von Judentum und Kultur, die ihm ein selbstvers'andliches Axiom seiner jüdischen Weltanschauung ist. bei der grollen Masse des!udischen Volkes alsein schwer lösbares Problern' gilt. |a von den besten Köpfen der Judenheit ohne weiteres abgelehnt wird Und gewiß nicht ohne Grund. Denn Bergsen sollte sich doch nur einmal in einer nachdenklichen Stunde fragen, wieviel uhiudische Elemente in so mancher jüdischen Seele nisten, ob denn wirklich jenes tiele Untertauchen in den Strom der nicht-!udischen Kultur am jüdischen Wesen so ganz spurlos vorübergehen kann. Was soll überhaupt dieser Gegensatz zwischen Judentum und Kultur" Ist Kultur etwas äußerliches, das ohne Bedenken dem Judentum angelugt werden kann, dann kann doch eine zwanglose Vereinigung der Beiden kein .phänomenales Wunder" sein Ist sie aber etwas innerliches, was neben denf Juden•- tum seelentormend und charakterbildend im Innern des Menschen sich testset/t. dann 1kann lene Vereinigung nur scheinbar eine zwanglose sein; denn seit wann sind wir berechtigt, dem Judentum eine Toleranz au/udichten, die neben der überlieferten

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