Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 12 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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441 Lehre auch noch anderen Anschauungen einen bestimmenden Einfluss auf unser Wesen verstattef? Dieses Frl. Hilda ist ganz gewiss ein sehr liebenswertes, geistvolles, frommes jüdisches Mädchen. Nur schade, dall dieser Dame jenes altjüdische Zartgefühl abeeht <*.■!. h... M1■—verhindern wurde, im Kreise .trinkfester und radaulroher“ Studenten das Wort zu einer humoristischen Rede zu ergreifen und sich ausgerechnet die Trauerwoche ihres Zukünftigen aus/11 wählen, um .ganz nahe zu ihm zu rücken “ Darin mag Bergsen nichts!finden, es widerspricht aber ausdrücklichen Vorschriften des Schulchan Aruch. . . Obwohl Hirsch erst sechsundzwan/ig Jahre todt ist, hat sich seinem Namen ein fast legendärer Schimmer angeheftet. Längst hat man begonnen, ihn auszulegen, um sein Wort zu streiten und sich über den Geltungsbereich unJ die Geltungskraft seines Testaments zu erhitzen. Die Einen reihen ihn unter die Grollen aller Zeiten ein: was zeitlich an ihm war, verschwindet, und nur das Gemeinsame, was ihn mit allen Grolle» »•int ln:n»n ־־Einctl Von ihm in späte Zeiten wirken. Für Andere bedeu tet er den Inaugurator einer neuen Zeit, ist er der geniale Ver fechter einer neuen, modernen, kultivierten י ,rthodoxie. Der vorliegende Roman gehört zu diesen Andern, worin zugleich seine Schwäche liegt Denn Hirsch war anders, als ihn Bergsen sah. X