Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 11 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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405 jeder Möglichkeit zu liefen kämen. Wan war es denn eigentlich, das damals von allen (iefahren ao furchtbar bedroht war? War cs das Volk? KeincBweg! War cr der Staat, die Grundlage und Basis seiner Existenz? — Noch viel weniger! Ganz im Gegenteil, 80 weit beide Hielt dem Machthaber Antiochus willfährig zeigten, Um was also“ ging es denn eigentlich? — Um die Keligiou! Wie oft haben wir es nicht im abgelaufeuen Jahrhuuderte 7.u hören bekommen, uud bekommen es auch noch jetzt trotz aller gegenteiligen Erfahrungen zu hören. Ro <>lt irgend ein Ahtrünnling als l.eltrcr, oder Kabbiner in jüdischen Gemeinden die geistige Führung au sich reisst: Menschen kommen und gehen, die Synagoge aber bleibt; die, Gemeinde endlich überdauert sie alle. Ducken wir uns also, es kommen auch einmal — bessere Zeiten! Die aber so sprachen- und es sind ihrer nicht wenige, die dies tun, — sie mögen für ihre l'ersou vielleicht noch den Anschluss am Judentume behauptet haben, ihre Nachkommen aber — die haben ihn durchwegs nicht mehr erreicht. Die besseren Zeiten, die da kommen sollten. — sie blieben mit einer nie versagenden Regelmässigkeit ans. Ist es hiernach gestattet. Kleineres mit unendlich Grösserem zu ver gleichen, so hätten die Zeitgenossen eines Antiochus demgemäss — wären sie auf unsere Weise zu denken gewohnt — mit ungleich grösserem Fug und Uechtc sagen' müssen: Menschen kommen und gehen, auch Könige bilden hiervon keine Ausnahme! Ducken wir uns vor der Hand und ziehen «las l’anier des Judentums vorläufig ein. Ks kommen auch bessere Zeiten! Wir werden die Flagge iles Judentums alsdann zur gegebenen Zeit wieder hoch aulrichteu. Vorläufig behalten wir unsern :Staat, retten die Kxistenz unseres Volkes. Sollen wir etwa beides noch dazu aufs ׳Spiel setzen : — was dann?! Und wer vermochte es so ohne weiteres zu sagen: was dann! Anders die Makkabäer und ihre Anhänger. Sic sagten sich einfach: ohne jüdische Keligiou, ohne Judentum. hat weder ein jüdischer Staat noch ein jüdisches Volk die mindeste Existenzberechtigung. Sein oder Nichtsein wäre für Beide alsdann gleichbedeutend. Zu verlieren gah's da überhaupt nichts, -für Hie blieb nur ein Weg ofTen —bandeln. Das taten sic auch Der ge- Hchichtliche Vorgang war demnach genau der umgekehrte, als er gemeinhin dargostcllt wird Weder Staat noch Nation waren *