Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 11 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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404 In unserem kriegerischen Jahre gar dürfte «eine Heldengestalt in einem noch viel glänzenderen Lichte erscheinen. Es hraucht in echt jüdischen Kreisen kaum gesagt zu werden, dass in dieser Auffassung eine vollständige und grundsätzliche Umwertung der eigentlichen und hisher allgemein üblichen Ein- Schätzung des Clianuekafestes zun! Ausdrucke kommt. Diese gelang) nirgends zu einer vollendeteren Darstellung als in dem klastischen (leliete עי ח:ב*ב. — Schon dieses eine Schlagwort sagt mit hinreichender Deutlichkeit, was aul die jüd. Denkart von tiefsten Eindrucke war — das Wunder! An diesen Punkte setzt das Dankgehet ein. und damit kliugt es aus — יחדליקו:י־ית בחציית קדיטיך Der Kriegstaten wird nur zu allerletzt und nur so ganz beiläufig gedacht Wenn ihrer auch Erwähnung geschieht, so wird aber trotzdem selbst bei diesem Anlässe der kriegerische Lorbeer weder für Juda noch für das Volk in Anspruch genommen. Auch dies so echt jüdisch und ohne Beispiel in der ganzen Welt! Was aber das merkwürdigste ist, — in jenem Gebete kommt die Stimme und die Stimmung der Zeitgenossen, so weit sie wahrhaft jüdisch dachten, zum Ausdrucke. Gewiss, die historischen Vorgänge richtig alizuscliiit/.cu. dazu liedurl ea -einer gewissen zeitlichen Kernpers|»ek-V' live.. Es wäre demnach wohl verständlich, wenn die Zeitgenossen sieh au dem ungeahnten* äusseren Erfolge in volleu Zügen berauschten, indes ein späteres Geschlecht zu einer tieferen Auffassung des inneren geistigeu Gehaltes der Dinge sieh hindnrehrang. Die Wertung des rhanuckafcstes im Urteile des Judentums hat jedoch den entgegengesetzten Lauf genomninien. Dieser Umschwung der Dinge ist nicht zum geringsten auf den Einfluss Grätzens, — des llothistoriographen des modernen Judentums —, zurückzuführen. Kr war es vor allem, der das Oelkriiglein in das Gebiet der Legcmle verwies, dementsprechend, die Aufmerksamkeit davon ab- und aut die politischen Dinge hingelenkt hat Hei dieser Auffassung fühlt mau sich höchlich beglückt und mögen auch unsere Altvordem im ״Zerciuonial wesen“ besser beschlagen gewesen sein,— so sagt man - was die historische Orientierung betrifft — so sind wir ihnen bei weitem überlegen! Nur vergisst mau dabei eines, dass, wäre nämlich der damaligen Zeit uuaere Art jüdische Dinge zu betrachten und zu beurteilen eigen gewesen, —Ereignisse, wie sie dem Uliauuckafeste zu Grunde liegeu, ausserhalb des Bereiches