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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 11 (1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
11 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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381 Glaube an die Kraft des Gebetes, der nach dem neuen Testa• mente allein die Erhörung verbürgt. Es erscheint zweifelhaft• wie sieb das Judentum zu diesem neutestamentliehep״Degn1* verhält. Die Stelle in Berachoth 55a: נא p,c “2 ,r^cr« ,3^ הדאי־י באנ '1נ *t1״ ־Wer lange betet und dabei denkt, daß seine Andacht durch Erhorung unbedingt bclobnT'werden müßte < vgl Raschi: .5^ בכי:,־*ernr 'Cu אידי ב־ני יצחיע־צר, נקעוחו), gelangt schließlich zu Herzenskümmemis", sobald er nämlich merkt, daß sein Gebet erfolglos war. יצאי; נקיצחי נדציח (Raschi) — diese Stelle spricht nur scheinbar dagegen. Denn R. Jochanan, von dem dieser Aus• spruch stammt, verurteilt ja nur den Beter, der an den unbedingten Erfolg des eigenen Gebetes glaubt. Ob R. Jochanan den unbedingten Glauben an die Kraft des Gebetes an sich als erste Vorbedingung eines erfolgreichen Betons begreift, kann freilich aus seinem Ausspruch nicht unmittelbar gefolgert werden. Es dürfte aber doch wohl außer Zweifel stehen, daß jenes neutestamentliche Dogma nur eine Anschauung wiedergiebt, die eine selbstverständliche Voraussetzung auch der jüdischen Denkweise über das Beten ist. Und zwar aus folgendem Grunde:^,,— Nach Ipbam»♦*1 Ma whnt «trhr.ntr nsrh der Gerechten. Es ist auf Grund zahlreicher Stellen im Talmud (vgl. u a Sucka 14a, Joma 29a) evident, daß ein Unterschied ist, ob Hinz und Kunz ihr Herz vor Gott ausschütten. oder ob ein hervorragender!צ"'־ sich mit seiner “1חפי dem Allmächtigen naht Im dritten Abschnitt von Taanith werden zahlreiche Wunder erzählt, die durch Gebete außergewöhnlicher Menschen erzielt wurden Im deutschen Judentum gilt diese Vorstellung als Aberglaube. Nur wenige von den jüdischen Deutschen, die jetzt im Felde stehen, dürften, bevor sie auszogen, sich vergewissert haben, daß ein צדיק für ihre gesunde Heimkehr bete. Die meisten צדיקיב leben freilieh in Rußland und waren schon am Tage der Kriegserklärung gänzlich von uns abgeschnitten Von den jüdischen Russen, die jetzt im Felde stehen, werden die Wenigsten ohne den Segen eines Gerechten fortgezogen sein. Worauf beruht aber die brsondere Kraft des Gebetes, das ein Zaddik betet? Nun, auf dem Glauben an die Kraft des Gebetes, der in idealer Unbedingtheit in ihm selber lebt. Wir alle beten. Jedoch nur die Wenigsten unter uns haben

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