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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 11 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
11 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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- 377 - cs sa^eii. <lie verbrämt des Tröste!• nitraten, wie das Alltäidi! Iip des Wunders die Alltäglichkeit überwinden I11IH. - —L'usere— -Zeit, die so tiewaltigc* erleid, ist eine Scliulc des Wunders; lieselieidene Menselien -clinncn es und harren der Stunde da c» jedei all sieh"crlalirt und sieh livii lig 7.11 ihm bekennt. 1 >.11111 w ird aus dem (’lianilkafest Israels eine I Mnrkemaimdo der_Wa111 — I*. K Von der Kraft des Gebetes. Wie viele hatten seit Jahr und Tag kein Gebetbuch in die Hand genommen! Und wie viele, die beteten, hatten die Kunst des rechten Betens verlernt! Da kam der Krieg, und das Beten wurde modern Das ist mal ausnahmsweise eine erfreuliche Be• gleiterscheinung des Krieges. Leider jedoch mehren sich von Tag -zu Tag die Anzeichen, dal) diese frisetr erworbene Neigung zum Beten gar sehr der inneren Kraft und der sittlichen Grolle entbehrt Zahlreiche Beter, die zu Beginn des Krieges sich pünktlich bei allen Bittgottesdiensten einfanden und recht inbrünstig für das Heil ihrer feldgrauen Lieben flehten, begannen, als ihnen die Verlustlisten trübe und trübste Kunde brachten, an der Ken• tabilität des Gebetes zu zweifeln,!a, sie verstiegen sich zuweilen in zorniger Enttäuschung über ihres Gebetes vergebliche Muhe zur Leugnung des Daseins eines barmherzigen Gottes, der unmöglich existieren könne, wenn selbst die heillesten Gebete um• sonst gesprochen werden• Wie doch der Atheismus selbst m Kriegszeiten seine Agenten hat! Sogar durch Lektüre von Verlustlisten kann man zum Gottesleugner werden Diese traurige Erfahrung, wid bei gar Manchen selbst in der trüben Gegenwart die Erfolglosigkeit des Betens zu einer trotzigen Leugnung seines Wertes führt, beweist, wie entfremdet ein grober Kreis von Betern jener Gemütsverfassung ist, die das Beten voraussetzt, wenn es eine religiöse Tat sein soll. Diese ent•

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